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Deutsche Post gründet Billigtöchter

Pressegespräch

Deutsche Post gründet Billigtöchter

Andrea Kocsis im Pressegespräch Dirk Neubauer Andrea Kocsis im Pressegespräch

28.1.2015 +++ In dem heutigen Pressegespräch in Düsseldorf erläuterte ver.di ihren Standpunkt zu den Plänen der Deutschen Post, einen Teil der bislang zum Haustarif befristet angestellten Beschäftigten in deutlich niedriger tarifierte und neu gegründete Firmen abzuschieben.

Durch die Leistungsbereitschaft seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat der Konzern Deutsche Post weit in die Zukunft reichende und die Aktionäre und Investoren langfristig zufrieden stellende Ertragsprognosen gestellt. Dem Unternehmen geht es hervorragend.

Doch davon sollen die Beschäftigten nicht profitieren. Nachdem die Deutsche Post bereits wegen der stark gestiegenen Zahl von mehr als 24 000 befristet Beschäftigte und der immer härteren Gangart bei Regressforderungen gegenüber den eigenen Mitarbeitern negative Schlagzeilen gemacht hat, tritt sie nun eine breit angelegte Tarif- und Mitbestimmungsflucht zulasten der befristet Beschäftigten an. Der Konzern hat 49 Regionalgesellschaften gegründet.

Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis verwies im Pressegespräch darauf, dass es gemeinsam vereinbarte Tarifverträge zwischen ver.di und der Deutschen Post AG gebe.

Wenn eine Vertragspartei Veränderungsbedarf habe, dann habe sie die entsprechende Regelung zu kündigen. Stattdessen außerhalb des bestehenden Systems einfach neue Firmen zu gründen, sei ein klarer Fall von Tarifflucht.

Zuletzt haben ver.di und die Deutsche Post AG 2011 den Vertrag zum Ausschluss der Fremdvergabe verlängert. Danach kann die Deutsche Post AG maximal 990 Zustellbezirke in der Paketzustellung fremd vergeben. Dass die Deutsche Post AG nun 49 Regionalgesellschaften mit dem vornehmlichen Zweck der Paketzustellung gegründet habe und nun vorhabe, Beschäftigte dort einzustellen, sei ein klarer Bruch des Vertrages. Auch hätten die Tarifvertragsparteien Ende 2011 vereinbart, dass sie im Falle des signifikanten Absinkens der wirtschaftlichen Ergebnisse Gespräche aufnehmen. Dieser Fall sei bisher nicht eingetreten.

„Die Post AG verstößt gegen mit uns ausgehandelte Verträge auf eine Art und Weise, wie wir es bisher nicht kannten“. Der Deutschen Post AG geht es prächtig. „Es kann keine Handreichung zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen geben“, sagte Kocsis. Die Pläne der Post AG zielten ausschließlich darauf, den Kapitalmarkt zu bedienen.

Mehr zu dem Standpunkt von ver.di zu den Plänen der Deutschen Post AG zur Tarif- und Mitbestimmungsflucht sowie zum Verstoß der Deutschen Post AG gegen den Vertrag zur Fremdvergabe und zur gemeinsam vereinbarten sogenannten „Revisionsklausel“ ist hier zu lesen.