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Paketvertrag schützt Beschäftigte

Paketvertrag schützt Beschäftigte

Ein variables Bodenband hilft bei der Entladung der Wechselbrücken. Im Paketzentrum Neumark läuft der Test für den Einsatz in den künftigen 40K-Standorten. ver.di Ein variables Bodenband hilft bei der Entladung der Wechselbrücken. Im Paketzentrum Neumark läuft der Test für den Einsatz in den künftigen 40K-Standorten.

3.9.2012 +++ Das Paketvolumen steigt. Ziel des Produktionskonzeptes Paket 2012 der Deutschen Post AG ist es, die Produktionskapazitäten auszubauen. In der stationären Bearbeitung wird auf Kapazitäten von 28 000 (28K) und 40 000 (40K) Sendungen pro Stunde umgerüstet. Auch in der Zustellung wird es unter anderem mit den mechanisierten Zustellbasen und neuen IT-Technologien Veränderungen geben. Vorerst steht der Umbau der stationären Bearbeitung im Vordergrund.

Durch den Rationalisierungsschutztarifvertrag und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie betriebsbedingter Änderungskündigungen sind die Beschäftigten umfassend geschützt. Überdies haben ver.di und der Gesamtbetriebsrat der Deutschen Post AG mit dem Arbeitgeber im Januar 2012 einen Paketvertrag geschlossen, der weitere Schutzregelungen umfasst.

Vor dem Hintergrund des starken Wachstums im Paketmarkt hat die Deutsche Post AG ihre Kapazitätsausbaupläne verändert. Sechs Standorte mehr als ursprünglich vorgesehen sollen noch in diesem Jahr umgebaut werden. Die Erprobung einzelner Module zur Entladung, der Vereinzelung und der 6-Seiten-Lesung hat begonnen. Diese Module sollen in den künftigen 40K-Standorten zum Einsatz kommen. Das Paketzentrum Hamburg soll nicht mehr vor dem Starkverkehr sondern erst im Jahr 2013 auf die 40K-Technik umgebaut werden. Im Paketzentrum Feucht hat der Umbau auf die 40K-Technik im Juni begonnen. Der zuständige Betriebsrat der Niederlassung Nürnberg hat für die Zeit des Umbaus und damit für die davon betroffenen Beschäftigten eine entsprechende Betriebsvereinbarung abgeschlossen. Der Gesamtbetriebsrat verhandelt derzeit eine Vereinbarung zur Pilotierung der 40K-Technik. Eine erste mechanisierte Zustellbasis soll im Oktober in Braunschweig in Betrieb genommen werden. Weitere zwölf sind in Planung. Der Gesamtbetriebsrat verhandelt im Moment mit dem Arbeitgeber die Pilotierung. Auch die IT-Landschaft Paket wird verändert. Die Beteiligung von Gesamt- und Konzernbetriebsrat ist für die ersten neuen oder veränderten Systeme erfolgt. Leitlinie dabei ist, die Leistungs- und Verhaltenskontrollen durch die Systeme auszuschließen und für die Betriebsräte verbesserte Kontrollmöglichkeiten zu schaffen, damit verhindert wird, dass die Schutzregelungen unterlaufen werden können.

Wichtiges Element des zwischen ver.di, GBR und der Deutschen Post AG geschlossenen Paketvertrages ist, dass mit dem Umbau möglich wird, alternsgerechtes Arbeiten zu verbessern. So sind an den bereits umgerüsteten Standorten Lärmpegelmessungen und Messungen der Beleuchtung zügig vorzunehmen. Bei den ergonomischen Bedingungen in den Paketzentren ist nach Auffassung von ver.di und GBR auf Basis der bisherigen Erfahrungen nachzubessern. Sehr deutlich wird dies bei den an den zusätzlichen Ladetoren eingebauten mechanischen Klappkeilbrücken. Ihre Betätigung erfordert einen hohen Kraftaufwand und läuft damit dem Ziel der Entlastung zuwider. Hier wäre eine hydraulische Nachbesserung angezeigt. Der Arbeitgeber hat nun ver.di und dem GBR vorgeschlagen, ein Projekt einzurichten, das einen guten Arbeitsschutz entsprechend der Regelungen aus dem Paketvertrag umsetzen soll. Sämtliche personalwirtschaftliche Auswirkungen müssen vor ihrer Umsetzung mit ver.di erörtert werden. Hier hat der Paketvertrag seine Schutzfunktion bisher erfüllt.