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Betriebsratswahlen bei UPS

Betriebsratswahlen bei UPS

Paketumschlag bei UPS Jürgen Seidel Paketumschlag bei UPS

Durchhaltevermögen und Mut sind Grundvoraussetzungen auf diesem Weg

24.2.2014 +++ Der international tätige Paketdienstleister United Parcel Service (UPS) ist nicht zaghaft, wenn er seine „Herr-im-Hause-Mentalität gefährdet sieht. Zielführend scheint dem Management zu sein, gleich mit den Gremien anzufangen, die per Gesetz Gestaltungsmöglichkeiten im Unternehmen haben und die Interessen der Beschäftigten vertreten – beim Betriebsrat. Das, in dem sie dafür sorgen, dass es zu keiner Betriebsratswahl kommt oder die „richtigen Leute gewählt werden. 

Betriebsratswahlen bei UPS waren für Gewerkschaftsmitglieder und Kolleginnen und Kollegen, die ver.di nahe stehen, schon immer eine Herausforderung und verlangten Standing und Bekennermut. Von zirka 75 Niederlassungen von UPS in Deutschland haben weniger als die Hälfte einen Betriebsrat. So soll es nach dem Willen des Unternehmens möglichst auch bleiben. Versuche, das zu ändern, wurden bisher zumeist mit allen Mitteln im Keim erstickt. Eine Politik, mit der immer mehr Beschäftigte nicht mehr einverstanden sind. In der Niederlassung Karlsruhe konnte das Management im Januar dieses Jahres trotz Querelen die Wahl eines siebenköpfigen Betriebsrates nicht abwenden. Zumindest gelang es UPS, dass unternehmensnahe Angestellte Mitglied im Betriebsrat sind. Es darf darüber nachgedacht werden, wie sie Interessen verhandeln.  Beim Standort Hannover-Langenhagen, mit fast 700 Beschäftigten, einen der fünf größten Standorte, die UPS in Deutschland betreibt, baten Beschäftigte ver.di um Unterstützung, um ihren Betriebsrat zu wählen. Sie wollten sozusagen „Frischen Wind in den Betriebsrat bekommen. Mit diesem Namen reichten sie dann auch ihre Kandidatenliste zur Betriebsratswahl ein. Damit könnte jetzt alles in der Hand der Wählerinnen und Wähler liegen. Könnte. Denn der Wahlvorstand steht unter dem Verdacht, den Beschäftigten das Wahlausschreiben per Aushang nicht zur Kenntnis gegeben beziehungsweise gesetzliche Fristen verändert zu haben, um so die Wahl der gewerkschaftsnahen Liste zu verhindern. Gleichzeitig ging das Management von UPS in Hannover in die Offensive. Die Kolleginnen und Kollegen der Liste „Frischer Wind gerieten unmittelbar nach Bekanntwerden ihrer Kandidatur unter Druck. Es hagelte Kontrollen und Abmahnungen, um eine Basis für fristlose Kündigungen zu haben. Das Arbeitsgericht Hannover hat nun am 27. Februar den Antrag der Liste „Frischer Wind auf einstweilige Verfügung abgewiesen. Dem Gericht erschien der Vortrag des Managements glaubhaft, dass das Wahlausschreiben einmal ordnungsgemäß auf dem Betriebsgelände aushing und auch fristgemäß. Dazu hatte das Management dem Gericht mehrere eidesstattliche Erklärung vorgelegt. Damit ist die Liste „Frischer Wind nicht zugelassen. Nun werden die Kolleginnen und Kollegen über eine Wahlanfechtung entscheiden und die Neuwahl erzwingen.