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Die Autos kaputt...

Die Autos kaputt...

Gedicht über die Lage bei der Deutschen Post AG
Verfasst von einem ver.di-Mitglied

Hier könnt Ihr es hören:

 

Hier zum Lesen:

Die Autos kaputt...


Die Autos kaputt, die Fahrräder auch.
Die Zusteller krank durch den Ärger im Bauch.
Die Hoffnung auf Freizeit – erstickt gleich im Keim.
Bei Dunkelheit aufsteh’n, bei Dunkelheit heim.

Papier ohne Ende, Post(Aus)Wurf en gros.
Ganz ohne Papier bist du nur auf dem Klo.
Wir sind zwar schon Meister im „Stellenausschreiben“.
Doch will niemand kommen, erst recht niemand bleiben.

Verteiler, Zusteller, sogar Praktikanten,
sie fehlen an allen Ecken und Kanten.
Man hat uns „zerspart“ für den Kursgewinn und
zu Tode gemolken, das ist der Befund.

Doch auch uns’ren Vorstand quäl’n Fragen beim Jetten.
Sind trotz dieses Chaos die Boni zu retten?
Was geht, wenn der Bund seine Aktien vertickt?
Muss ich die dort holen? Wird mir das geschickt?

Wie hält man die Kunden notdürftig bei Laune?
Die schimpfen und klagen, man höre und staune.
Was soll unser Sprecher den Medien sagen,
die nerven und ständig nach Besserung fragen?

Wie reden wir denen die Misswirtschaft schön,
die immer noch täglich am Arbeitsplatz steh’n?
Fällt uns keine Lösung ein, geht’s in die Hose.
Und zwar mit Karacho, das ist die Prognose.

Man könnte die Arbeit erträglicher machen,
den pünktlichen Anfang und Schluss überwachen.
Man könnte den Leuten Verträge anbieten,
dank derer sie nicht in Finanznot gerieten.

Man könnte vor Allem auf Dauer entlasten.
Bezirke verkleinern, die früher mal passten.
Die Schichten mit so vielen Leuten bestücken,
dass Abläufe laufen, Terminpläne glücken.

Und auch in den Leitstellen gäb’ es ’nen Ruck
mit deutlich mehr Leuten statt Überzeitdruck.
Man kann so viel tun mit Milliardengewinnen
statt Druck auszuüben auf uns wie von Sinnen.