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Gegen Verabschiedung aus dualer Berufsausbildung

Deutsche Post DHL

Gegen Verabschiedung aus dualer Berufsausbildung

Dual statt brutal - fordern die Teilnehmer der Kundgebung ver.di Dual statt brutal - fordern die Teilnehmer der Kundgebung

15.11.2017 +++ Darmstadt: ver.di protestiert gegen schleichende Verabschiedung der Deutschen Post DHL aus der dualen Berufsausbildung.

Auf einer Kundgebung vor dem Wissenschafts- und Kongresszentrum in Darmstadt protestierten rund 600 ver.di-Mitglieder und Betriebsräte am Rande der Versammlung der Betriebsräte der Deutschen Post AG gegen den Rückzug des Arbeitgebers und großen Ausbildungsbetriebes Deutsche Post DHL aus dem Erfolgsmodell der dualen Berufsausbildung.

Der DAX-Konzern will die duale Berufsausbildung für den Beruf der Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienste (FKEP) zurückfahren und durch eine berufsbegleitende Qualifizierung ersetzen. Die bisher rund 1400 dualen Ausbildungsplätze im Konzern sollen um rund die Hälfte reduziert und stattdessen durch eine berufsbegleitende Qualifizierung ersetzt werden. In den 46 Regionalgesellschaften für die Paketzustellung soll die duale Ausbildung ganz abgeschafft werden.

Ein Unding! Bietet doch die duale Ausbildung, als eine Kombination von theoretischer Bildung und praktischer Ausbildung, den Auszubildenden eine praxisorientierte Qualifikation und letztendlich auch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zudem sorgen die bundesweit geltenden Ausbildungsordnungen dafür, dass Auszubildende in einem Beruf dasselbe Wissen und Können erwerben - auf diesen Standard können sich dann auch die verschiedenen Arbeitgeber verlassen, wenn sie Fachkräfte beschäftigen.

Das Modell der dualen Ausbildung in Deutschland wird international bewundert und für immer mehr Länder zum Vorbild. Als jüngst DAX-Konzerne gemeinsam mit der Bundeskanzlerin in den USA waren, warben sie für das deutsche Modell der dualen Berufsausbildung. Bildungsexperten gehen davon aus, dass eine vollwertige Berufsausbildung das Risiko von Arbeitslosigkeit und einer Beschäftigung im Niedriglohnsektor verhindert und die im europäischen Vergleich niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland Beleg für die Arbeitsmarktrelevanz dieses Bildungsangebots ist.