Nachrichten

Neue EU-Vorschrift

Neue EU-Vorschrift

Sie werden zukünftig anders aussehen, denn bis 2020 sollen sie kommen, die
neuen windschnittigeren Fahrerkabinen.
Die EU legte dazu Bestimmungen
fest. Kontrollen bei Überladung
definieren hingegen die EU-Länder
selbst. Sie haben bis 2017 Zeit, das
Gesetz umzusetzen. ver.di Sie werden zukünftig anders aussehen, denn bis 2020 sollen sie kommen, die neuen windschnittigeren Fahrerkabinen. Die EU legte dazu Bestimmungen fest. Kontrollen bei Überladung definieren hingegen die EU-Länder selbst. Sie haben bis 2017 Zeit, das Gesetz umzusetzen.

10.3.2015 +++ Der Lkw soll sicherer und umweltfreundlicher werden. Für die Fahrer verbessert sich dabei zu wenig.

Die bisherige EU-Vorschrift 96/53/EG für schwere Nutzfahrzeuge ist aus dem Jahr 1996. Die EU-Kommission schlug 2013vor, sie zu aktualisieren. Die Treibhausgase zu verringern, die Verkehrssicherheit zu verbessern, der technischen Entwicklung und den veränderten Markterfordernisse zu entsprechen, waren die Ziele. Am 10. März 2015 beschloss das EU-Parlament die Richtlinie. Verändert wurden Bestimmungen zum Design der Fahrerkabinen und zum Gewicht, um die Windschnittigkeit, die Verkehrssicherheit und den Einsatz umweltfreundlicher Kraftstoffezu fördern. Umsetzen sollen das die EU-Staaten bis 2020. Weitere Vorschriften sollen bis 2017 umgesetzt werden. So können nun Container von bis zu 45 Fuß, also 13,72 Meter, die im Eisenbahnverkehr und in der Schifffahrt verwendet werden, regulär auf der Straße weiterbefördert werden. Bisher brauchte man dafür Sondergenehmigung.

Vom Tisch ist der Gigaliner, eine bis zu 25,25 Meter lange Lkw-Kombination mit bis zu 60 Tonnen Gesamtgewicht. Diese Abmessungen und Gewichte wurden nicht in der Rechtsvorschrift aufgenommen. Die Zulassung der Gigaliner bleibt Sache der Mitgliedsstaaten. Deutschland testet sie seit 2012. Sie dürfen bis Ende 2016 auf bestimmten Strecken fahren. Werden sie grenzüberschreitend eingesetzt, müssen die jeweiligen Mitgliedsstaaten zustimmen.

Dem Vorgehen gegen den häufigsten Verstoß im Straßengüterverkehr, der Überladung der Fahrzeuge, trägt die EU-Vorschrift nur halbherzig Rechnung. Jedes Mitgliedsland soll eine geeignete Anzahl von Gewichtskontrollen bei Fahrzeugen durchführen, Sanktionen gegen Überladung festlegen und darüber alle zwei Jahre der EU-Kommission berichten. Im Durchschnitt ist von drei kontrollierten Fahrzeugen eines deutlich überladen. Diese Situation erhöht das Unfallrisiko und wirkt sich auf den Wettbewerb zwischen den Verkehrsunternehmen aus. Technische Lösungen für Kontrollen, ohne dass Fahrzeuge dazu angehalten werden müssen, gibt es. Es ist auch möglich, im Fahrzeug ein Wiegesystem zu integrieren. Cristina Tilling von der Europäischen Transsportarbeiter-Föderation (ETF) zeigt sich enttäuscht: „Die ETF hat bereits 2009 bei der Überarbeitung der EU-Richtlinie zur Fahrerarbeitszeit auf die Einführung integrierter Gewichtssensoren gedrängt. Der Gesetzgeber verpflichtete sich damals, das Thema bei der Überarbeitung der EU-Richtlinie „Digitaler Fahrtenschreiber“ aufzunehmen, verschob es jedoch erneut auf die Überarbeitung der nun vorliegenden EU-Richtlinie „Gewichte und Abmessungen für schwere Nutzfahrzeuge“. Dort sind die integrierten Gewichtssensoren nur eine Option. Am Beginn des Entscheidungsverfahrens lag der Vorschlag der EU-Kommission für größere Fahrerkabinen vor. Das hätte mehr Komfort und Sicherheit für die Fahrer bedeutet. Während des Verfahrens ist das unter den Tisch gefallen. Das zeigt, dass die Entscheidungsträger nicht wissen, was es heißt, in einer zwei mal zwei Meter großen Fahrerkabine zu arbeiten und häufig die Ruhezeiten verbringen zu müssen.“