Nachrichten

Start der Diskussion zur Tarifrunde

Start der Diskussion zur Tarifrunde

Diskussionsrahmen orientiert sich an den Daten der Wirtschaftsprognosen ver.di Diskussionsrahmen orientiert sich an den Daten der Wirtschaftsprognosen

24.11.2015 +++ Zwischen vier und 5,5 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten – das ist der Rahmen für die Diskussion der ver.di-Mitglieder der Branche über die Forderungen für die Tarifverhandlungen 2016.

Die Tarifrunden 2015 des ver.di-Fachbereiches Postdienste, Speditionen und Logistik zum Entgelt sind beendet. Durch die erzielten Zuwächse zwischen 2,6 und zwei Prozent, unter Berücksichtigung der geringen Inflation von deutlich unter einem Prozent, bekommen die Beschäftigten spürbar mehr Geld. In der längsten und härtesten Tarifauseinandersetzung seit Bestehen der Deutschen Post AG konnte Schutz, Sicherheit und Perspektive für die Beschäftigten durchgesetzt werden. Den bis Ende 2018 und 2019 verlängerten Schutzregelungen stehen moderate Entgelterhöhungen für die Beschäftigten von zwei und 1,7 Prozent gegenüber. Dass es nach dem Tarifkonflikt mit der zum Postkonzern DHL Home Delivery GmbH zu einer Tarifeinigung kam, ist ebenfalls den Streiks der Beschäftigten in den Logistikzentren und Zustellbasen zu verdanken. Weiter gelang es bisher tariflose Unternehmen in die Flächentarifverträge einzubinden wie trans-o-flex Netzwerk Group GmbH in Nordhrein-Westfalen und die Deufol Mitte GmbH in Bayern.

Tarifverhandlungen

Im nächsten Jahr stehen Verhandlungen zu den Flächentarifverträgen für die Speditionen und Logistik in Baden-Württemberg, Südbaden, Saarland, Nordrhein-Westfalen und Bayern an. In Baden-Württemberg ist der Tarifvertrag zum 31. März kündbar, in Südbaden zum 30. Juni, im Saarland zum 31. Juli, in Nordrhein-Westfalen zum 31. August und in Bayern zum 30. September. Im Konzern Deutsche Post DHL sind die Entgelttabellen für die Beschäftigten der Deutschen Post E-Post Solutions und der  Deutschen Post Inhaus Services zum 29. Februar kündbar, der European Air Transport Leipzig GmbH zum 31. März, der DHL HUB Leipzig GmbH zum 30. September und der DHL Solutions Fashion/Retail/FRO zum 31. Dezember. Die Entgelttabellen für die Beschäftigten der CSG.TS GmbH, einem Joint Venture der Deutsche Post DHL und Bilfinger Facility Services sind zum 31. Oktober kündbar. Bei Transthermos läuft der Tarifvertrag zum 30. September aus. Bei der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation Deutsche Bundespost ist der Tarifvertrag zum 29. Februar kündbar und beim Erholungswerk Post Postbank Telekom e.V. zum 30. April.

Diskussionsprozess

Am 24. November hat der Vorstand des ver.di-Bundesfachbereiches den Rahmen für die Diskussion der ver.di-Mitglieder bei den Postdiensten, in den Speditionen und der Logistik für die Tarifbewegung 2016 zwischen vier und 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten empfohlen. Die Landesbezirksfachbereiche werden auf dieser Grundlage die Forderung für die Tarifbewegung in den Betrieben diskutieren, diese zusammenfügen und bewerten und bis 15. Februar an den Bundesfachbereich geben. Der Bundesfachbereichsvorstand wird am 25. Februar den Beschluss zur Forderungsempfehlung für die Tarifbewegung 2016 an die Tarifkommissionen fassen. Die konkreten Forderungen stellt dann die jeweils zuständige Tarifkommission unter Berücksichtigung der ausgesprochenen Empfehlung vor dem Verhandlungsauftakt.

Wirtschaftsprognose

Bei der Entwicklung des Diskussionsrahmens hat sich der Vorstand des ver.di-Bundesfachbereiches an den volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Prognosen des Institutes für Makroökonomie und Konjunkturforschung und des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute orientiert. Sie gehen davon aus, dass sich der moderate Aufschwung fortsetzen wird. Als Motor für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft gilt auch in 2016 der private Konsum. Dieser profitiert von der spürbaren Ausweitung der Beschäftigung und den steigenden Reallöhnen. Der Beitrag der privaten Konsumausgaben zum Bruttoinlandsprodukt wird in den Jahren 2015 und 2016 mehr als die Hälfte des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Aus den prognostizierten wirtschaftlichen Eckdaten für 2016 – einer Preissteigerung von circa 1,4 Prozent und einer Produktivitätssteigerung von circa 1,3 Prozent – ergibt sich ein verteilungsneutraler Spielraum von circa 2,7 Prozent.

Bei der Diskussion über die Forderungsempfehlung ist natürlich auch zu berücksichtigen, dass die Durchsetzungsfähigkeit einer Forderung unmittelbar vom gewerkschaftlichen Organisationsgrad abhängig ist. Es gilt, Kolleginnen und Kollegen für ver.di zu gewinnen.