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Mit ver.di für eine Zustellung mit Zukunft

Mit ver.di für eine Zustellung mit Zukunft

Ich will zustellen! ver.di Ich will zustellen!

13.9.2017 +++ Die Deutsche Post AG hat sich mit einem Versuch auf dem Weg gemacht, die gesetzliche Verpflichtung zur werktäglichen Zustellung von Post zu unterlaufen. Würde aus dem Versuch ein flächendeckendes Modell, hätte das Auswirkung auf die Beschäftigten in der Zustellung und in der stationären Bearbeitung.

Das Unternehmen wirbt derzeit in einem Versuch um die Zustimmung von Kunden, nur an einem Wochentag, an drei Wochentagen oder an fünf Tagen, dann aber an den Arbeitsplatz, ihre Briefe geliefert zu bekommen.

Das ist nicht zu verstehen. Der Briefmarkt sei in Deutschland ausgesprochen stabil, kritisierte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis.. "Das liegt auch an den von der Politik hoch gesetzten Qualitätsanforderungen, wonach es eine werktägliche Zustellung geben muss und 80 Prozent der Briefe ihre Empfänger am nächsten Tag erreicht haben müssen. Wenn die Deutsche Post AG nun Kunden anbietet, auf diese Dienstleistung verzichten zu wollen, untergräbt sie die Auflagen einer flächendeckenden Grundversorgung und sägt an dem Ast, auf dem sie sitzt“.

Wenn das Unternehmen sich aus dem gesetzlichen Auftrag der flächendeckenden Grundversorgung Schritt für Schritt verabschieden sollte, die Postzustellung seltener wird, könnten damit zahlreiche Arbeitsplätze der Zustellerinnen und Zusteller und in der stationären Bearbeitung verloren gehen.

Deshalb rücken ver.di-Mitglieder die Zustellung der Zukunft gerade

  • Sie wollen gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen zuverlässig an jedem Werktag von Montag bis Samstag zustellen, wie die Kunden das erwarten.
  • Sie wollen ein Einkommen, das den Lebensunterhalt und die Rente sichert, dazu gehört eine vertraglich zugesicherte Arbeitszeit.
  • Sie wollen einen unbefristeten Arbeitsvertrag, der es ermöglicht, das Leben zu planen und gestalten.

Gesetzlicher Auftrag der flächendeckenden Grundversorgun

In Deutschland schreibt das Grundgesetz in Artikel 87 f fest, dass der Bund eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit postalischen Dienstleistungen gewährleisten muss. Umfang und Qualität der Postversorgung ist in der Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV) definiert. So müssen in Deutschland Briefe und Pakete bis zu einem Gewicht von 20 Kilogramm an sechs Werktagen – also von Montag bis Samstag zugestellt werden. Von den Briefen müssen 80 Prozent der Sendungen einen Tag nach der Einlieferung beim Empfänger sein (E + 1) und 95 Prozent der Briefe müssen den Empfänger nach zwei Tagen erreicht haben (E + 2). Bei den Paketen bis 20 Kilogramm müssen 80 Prozent am übernächsten Tag (E + 2) beim Empfänger sein. Die Deutsche Post AG ist in Deutschland das Unternehmen, das den gesamten Universaldienst flächendeckend erbringt. Entsprechend ist sie an die Vorgaben aus der PUDLV gebunden.

Die zuverlässige flächendeckende Postversorgung ist aus Sicht von ver.di unerlässlicher Bestandteil einer modernen Infrastrukturpolitik. Viele klein- und mittelständische Betriebe, Arztpraxen und Institutionen sind auf ein stabiles Netz angewiesen. Auch der Online-Handel profitiert nicht zuletzt in ländlicher geprägten Regionen von der zuverlässigen werktäglichen Zustellung.