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ETF: Mindestausstattung der Fahrerkabine

ETF: Mindestausstattung der Fahrerkabine

Fahrerkabine ist Arbeitsplatz - und braucht eine Mindestausstattung. Mathias Thurm Fahrerkabine ist Arbeitsplatz - und braucht eine Mindestausstattung.

17.2.2014 +++ Um auf Europas Straßen mit einem Lkw mit über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht fahren zu können, muss das Fahrzeug bestimmte Maße und Gewichte einhalten. Das regelt die EU-Richtlinie 96/53/EG vom 25. Juli 1996. Im vorigen Jahr hat die EU-Kommission dazu Änderungen vorgelegt.

Die EU-Kommission begründet das mit der Anpassung an technische Entwicklungen und an die Erfordernisse des Markts. So sollen der intermodale Verkehr durch die Aufnahme von 45-Fuß-Containern gefördert werden und es dafür keiner Ausnahmegenehmigung mehr bedürfen. Der grenzüberschreitende Verkehr mit längeren Fahrzeugen soll zulässig werden, wenn  die angrenzenden EU-Staaten das gestatten. Es sollen systematisch Kontrollen des Gewichts der Fahrzeuge möglich werden,  teils durch Geräte in den Fahrzeugen, teils durch Messgeräte der Kontrollbehörden. Denn bei jedem drittem Fahrzeug sei ein Verstoß wegen Überladung um zehn bis 20 Prozent zu konstatieren.

Die Einführung von Gewichtssensoren in den Fahrzeugen bezeichnet die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF), die die Mitglieder europäischer Gewerkschaften der Verkehrsbereiche gegenüber den EU-Organen und Arbeitgeberverbänden vertritt, als zwingend erforderlich. Sie hat zu dem Kommissionspapier ihre Positionen vorgelegt. Darin weist sie vor allem darauf hin, dass die Größe und der Komfort der Fahrerkabine für die Arbeitsbedingungen der Lkw-Fahrer wichtig sind, besonders, wenn Ruhezeiten darin verbracht werden müssen. Zudem herrsche oft Platzmangel zwischen Fahrersitz und Schlafkoje, der Schlafbereich sei zu klein, ebenso der Stauraum für Essen und persönliche Gegenstände. Deshalb fordert die ETF eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestausstattung für Fahrerkabinen von den zuständigen EU-Gremien.

Der Verkehrsausschuss der EU berät am 18. März 2014 darüber. Die Abstimmung im EU-Parlament ist noch für April geplant.