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Beschäftigte der Post AG demonstrieren

Rote Karte für den Arbeitgeber

Beschäftigte der Post AG demonstrieren

Niedernhausen bei Frankfurt am Main: Postbeschäftigte zeigen Arbeitgeber Rote Karte. Andreas Varnhorn Niedernhausen bei Frankfurt am Main: Postbeschäftigte zeigen Arbeitgeber Rote Karte.

24.2.2015 +++ Gegen die Pläne des Post-Konzerns demonstrierten hunderte Beschäftigte in Niedernhausen bei Frankfurt am Main.

Auf der heutigen Betriebsversammlung der Brief- und Paketzusteller sowie der Beschäftigten der Briefzentren in Wiesbaden und Darmstadt der Deutschen Post AG war genau das Thema: Der gewinnträchtige DAX-Konzern will einen Teil der bislang zu den Konditionen des Haustarifvertrages der Deutschen Post AG befristet beschäftigten Kolleginnen und Kollegen in die bundesweit parallel zu allen 49 Briefniederlassungen gegründeten DHL Delivery GmbH-Gesellschaften abschieben. Damit verstößt die Deutsche Post AG gegen den mit ver.di abgeschlossenen Vertrag zum Schutz vor Fremdvergabe von Zustellaufträgen an konzerninterne oder externe Unternehmen.

Der Konzern hat im letzten Frühjahr eine auf sieben Jahre ausgelegte Wachstumsprognose ausgegeben. Das Ergebnis soll in diesem Zeitraum von 2,8 auf fünf Milliarden Euro steigen. Das Geld dafür soll bei den Beschäftigten einkassiert werden. Die wirtschaftliche Lage des Konzern Deutsche Post DHL rechtfertig keine Absenkung der Arbeitsbedingungen. Die Deutsche Post AG ist im Paketgeschäft Marktführer mit einem Marktanteil von 46 Prozent. Der Bund hält über Aktienbesitz einen Anteil von über 21 Prozent an den Konzern.

Bisher befristet Beschäftigte der Deutschen Post AG wird ein Arbeitsplatzangebot bei den DHL Delivery GmbH-Gesellschaften unterbreitet und gleichzeitig mitgeteilt, dass es keine Verlängerung ihres Vertrages bei der Deutschen Post AG geben wird. Sie haben somit die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit oder neuen Arbeitsbedingungen. In Hessen macht das beispielweise nach 15 Beschäftigungsjahren 30 Prozent weniger Gehalt aus. Ferner gibt es bei der GmbH keine betriebliche Altersvorsorge. Bei weiter gleicher Arbeit! 

Gegen das Vorgehen des Postkonzerns demonstrierten im Anschluss an die Betriebsversammlung rund 1100 Postbeschäftigte. Das, was der Postkonzern mache, sei Vertragsbruch und Tarifvertragsflucht, stellt der Leiter des ver.di-Fachbereiches Postdienste, Speditionen und Logistik in Hessen Detlev Borowsky fest. „Vertrag kommt von vertragen. Wer wissentlich einen Vertrag bricht, muss mit entschiedenen Widerstand rechnen“, so Borowsky auf der Protestveranstaltung.

Vertragsbruch und Tarifvertragsflucht wird zum Tarifkonflikt

Die  Beschäftigten haben für den Schutz vor Fremdvergabe gezahlt, unter anderem mit dem Verzicht auf Kurzpausen und arbeitsfreie Tage sowie ein abgesenktes Einstiegsgehalt.

ver.di kündigte auf das Vorgehen des Konzern die Regelung zur Arbeitszeit aus dem Manteltarifvertrag. Die tarifvertragliche Regelung zur Arbeitszeit bei der Deutschen Post AG läuft bis zum 31. März 2015. Die Friedenspflicht endet am 1. April 0 Uhr.

Durch die Betriebsversammlung blieben um und in den Gebieten von Limburg bis zum Odenwald, den Städten Wiesbaden, Darmstadt und in Frankfurt Höchst viele Briefe, Pakete und Päckchen liegen.