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10 000 Perspektiven geschaffen

Entfristungen

10 000 Perspektiven geschaffen

Entfristungen bei der Deutschen Post AG durchgesetzt C. v. Polentz / transit Entfristungen bei der Deutschen Post AG durchgesetzt

8.4.2016 +++ 3200 befristet Beschäftigte und ausgelernte Auszubildende der Deutschen Post AG sollen in diesem Jahr 2016 entfristet beziehungsweise unbefristet übernommen werden. Das haben die Deutsche Post AG und der Gesamtbetriebsrat des Unternehmens im März vereinbart.  

Die Vereinbarung ist ein weiterer positiver Schritt auf dem gewerkschaftlichen Weg für sichere Beschäftigungsverhältnisse. Seit langem schon setzen sich ver.di, Gesamtbetriebsrat und Betriebsräte dafür ein, dass möglichst viele Beschäftigte ein unbefristetes Arbeitsverhältnis haben. Seit Sommer 2014 haben die ver.di-Mitglieder in den Betrieben, in der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik auf die auch bei der Deutschen Post AG viel zu hohe Zahl von befristet Beschäftigten aufmerksam gemacht. ver.di hat eine andere Personalpolitik eingefordert, betriebsrätliche und gewerkschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten wurden genutzt. Inzwischen konnten verschiedene Vereinbarungen zur Entfristung geschlossen werden. Damit ist es für die Jahre 2015 und 2016 gelungen, über 10 000 Kolleginnen und Kollegen zu entfristen und ihnen eine sichere Perspektive zu geben. Das ist ein echter Fortschritt!  

4500 Entfristungen durch Tarifabschluss

Bestandteil der Tarifeinigung zwischen ver.di und der Deutschen Post AG vom Juli 2015 war es, dass alle Beschäftigten, die zum 1. Juli 2015 länger als 24 Monate ununterbrochen befristet beschäftigt waren, bei entsprechender Eignung ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei der Deutschen Post AG erhalten. Durch diese Vereinbarung haben rund 4500 zuvor befristet beschäftigte Kolleginnen und Kollegen einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen. Auch die Übernahme aller geeigneten Auszubildenden war mit dem Tarifabschluss vereinbart worden und hat im vergangenen Jahr rund 1000 jungen Kolleginnen und Kollegen eine Festanstellung ermöglicht. Schon vor dem Tarifabschluss hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr auch aufgrund des öffentlichen Drucks rund 3000 Kolleginnen und Kollegen entfristet. 

Bei der Deutschen Post AG arbeiten viele Beschäftigte nicht mit der vollen Arbeitszeit von wöchentlich 38,5 Stunden sondern mit einer geringeren Stundenzahl. Gegen Teilzeitarbeit ist nichts einzuwenden, vielmehr ist sie Bestandteil einer modernen Arbeitswelt. Problematisch allerdings ist, wenn Beschäftigte gerne mehr arbeiten wollen, dies aufgrund der betrieblichen Situation auch möglich ist, der Arbeitgeber ihnen aber dennoch nur befristet eine erhöhte Wochenarbeitszeit anbietet. Auch hier fordern ver.di, Gesamtbetriebsrat und Betriebsräte Regelungen, die den Beschäftigten eine dauerhafte Perspektive bieten. Im Dezember 2015 hat die Deutsche Post AG darauf reagiert. Beschäftigte, die mindestens seit 1. Januar 2014 unbefristet beschäftigt waren und seit diesem Stichtag mindestens zu zwei Dritteln des Zeitraumes eine befristet erhöhte Wochenarbeitszeit hatten, konnten bis 31. Januar 2016 einen Antrag auf dauerhafte Erhöhung der Wochenarbeitszeit stellen. Über 1300 Kolleginnen und Kollegen konnten dadurch bislang eine dauerhafte höhere Wochenarbeitszeit erhalten.  

Befristungspolitik positiv in Bewegung gekommen

Wer ver.di-Mitglied ist, erhält in Streitfragen mit seinem Arbeitgeber Rechtsschutz. Viele der befristet Beschäftigten der Deutschen Post AG haben in den vergangenen beiden Jahren ihre Arbeitsverträge durch den ver.di-Rechtsschutz überprüfen lassen und konnten daraufhin den Klageweg nach einer unbefristeten Festanstellung erfolgreich beschreiten. Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz darf ein befristetes Arbeitsverhältnis, für dessen Befristung kein Sachgrund besteht, auf höchstens zwei Jahre befristet werden. Das Gesetz legt auch fest, dass sich an eine zweijährige sachgrundlose Befristung kein weiteres befristetes Arbeitsverhältnis anschließen darf. Auch der durch die erfolgreichen Klagen der ver.di-Mitglieder ausgelöste Druck hat mit dazu beigetragen, dass die Befristungspolitik der Deutschen Post AG positiv in Bewegung gekommen ist.