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(Un)befristet – jetzt erst recht!

(Un)befristet – jetzt erst recht!

Alle Hände voll zu tun und die Arbeit stapelt sich, deine Schicht wäre eigentlich schon längst zu Ende und dennoch fragt dich die/der Chef*in noch, ob du nicht noch dies und das oder jenes machen könntest – so oder so ähnlich beschreibt das keine ungewöhnliche Arbeitssituation.

 ver.di

Während die meisten Beschäftigten die Möglichkeit haben, auf die Bremse zu treten und „Nein“ zu sagen oder sich sogar an den Betriebsrat wenden können, ist das bei Kolleg*innen, die einen befristeten Arbeitsvertrag haben, etwas schwieriger.

Mit einem befristeten Vertrag überlegt man es sich sehr gut, ob man eine Aufgabe oder Schicht ablehnt oder sich krankmeldet. Und nicht nur das:

Befristete sind seltener Gewerkschaftsmitglied, da ihre berufliche Perspektive im Unternehmen ungewiss ist. Aber gerade dann bräuchten sie besonderen Schutz und Absicherung. In logischer Konsequenz fehlen diese Kolleg*innen oft bei Streiks oder anderen Auseinandersetzungen um gute Arbeitsbedingungen im Betrieb. Und das, obwohl es genau dann so wichtig ist, Schulter an Schulter in großer Zahl zusammenzustehen. Es kommt also auf jede Kollegin und auf jeden Kollegen an.

Wie kannst du befristete Kolleg*innen unterstützen? Was kannst du verbessern?

Wissen ist Macht – das gilt natürlich auch am Arbeitsplatz. Viele wissen nicht um ihre Rechte und Möglichkeiten. Viele wissen auch nicht, dass sie mit einem befristeten Vertrag durchaus Gewerkschaftsmitglied sein können und es ihnen etwas bringt: Beratung und (Rechts-)Schutz!

Du kennst jemanden, die oder der einen befristeten Vertrag hat? Sprich sie auf ihre Möglichkeiten an. Um dich dabei besonders zu unterstützen, hat ver.di die Kampagne Deine Chance auf zwei Millionen ins Leben gerufen. Auf der Aktionsseite findest du viele hilfreiche Tipps, wie auch du deine Kolleg*innen ansprechen kannst. Unter anderem einen Chatbot zum Ansprache-Üben. Aktuell hat ver.di den Bonus für jedes gewonnene Mitglied sogar erhöht.

Initiative (un)befristet – bei der Post und darüber hinaus

Um dich als Befristete, als Betriebsrat, Vertrauensperson, Betriebsrat oder einfach als engagierte*n Kolleg*in zu unterstützen, ist dein ver.di-Fachbereich mit der Initiative (un)befristet aktiv unterwegs. Diese hat bei der Deutschen Post begonnen. Hier liegt die Befristungsrate allein in der Paketsparte bei rund 28 Prozent.

Auch die anderen Branchen deines ver.di-Fachbereichs werden Stück für Stück in die Initiative eingebunden.

Politischer Wille zählt – ver.di macht Druck

Es kommt auf jede und jeden Einzelnen an: Auf die Betroffenen, die Kolleg*innen, Betriebsrat, Gewerkschaft und nicht zuletzt auf die Politik bzw. den Gesetzgeber. Im letzten Koalitionsvertrag der Großen Koalition war vereinbart, befristete Arbeitsverhältnisse drastisch einzudämmen. Passiert ist … nichts. Die Unionsparteien haben das Gesetzesvorhaben der SPD massiv blockiert.

Umso wichtiger ist es jetzt, die gewerkschaftlichen Forderungen deutlich an die Koalitionsparteien und die kommende Regierung zu formulieren. ver.di hat hier eine klare Haltung und bringt diese in den politischen Diskurs aktiv ein: Die sachgrundlose Befristung muss abgeschafft werden und Kettenbefristungen müssen überwunden werden.

Viel hilft viel: Umso mehr Stimmen dieser Forderung Ausdruck verleihen, umso mehr Mitglieder sich für ihre Ziele einbringen, desto besser. Um noch mehr Stimmen zu sammeln, hast hast du jetzt bei der großen ver.di-Mitgliedergewinnungsaktion deine Chance auf zwei Millionen.

Kampagnenfoto Deine Chance auf 2 Millionen ver.di Deine Chance auf zwei Millionen!