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Abläufe an den Laderampen

Marktbeobachtung Güterverkehr

Abläufe an den Laderampen

Stress an der Laderampe Thomass Plaßmann Stress an der Laderampe

15.3.2018 +++  Beschäftigte verschiedener Unternehmen arbeiten hier – Fahrer und Lagerbeschäftigte. Eine abgestimmte Abwicklung, wie eine klare Leistungsverpflichtung, wäre dabei wichtig für sichere und gesunde Arbeit. Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) untersuchte nun erneut die Situation an der Laderampe und beleuchtet sie aus Sicht von Fahrpersonals und Rampenbetreiber.

Wartezeiten an den Laderampen beeinträchtigen die Transportabläufe – das Fahrpersonal und die Rampenbetreiber nehmen dabei die Entwicklung der Wartezeiten an Laderampen unterschiedlich wahr. Fast 47 Prozent der vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) befragten Kraftfahrer gaben an, dass sich die Wartezeit in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt verlängert hat. Bei den befragten Rampenbetreibern waren es nur gut 16 Prozent.

Laut BAG entstehen ein Teil der langen Warte- und Standzeiten an Laderampen durch Informationsdefizite und unklare Leistungsverpflichtungen. So gaben circa 65 Prozent des befragten Fahrpersonals und rund 32 Prozent der befragten Rampenbetreiber an, nicht immer zu wissen, ob die Zuständigkeit für die Fahrzeugentladung vertraglich geregelt sei oder nicht. Fast 50 Prozent der befragten Kraftfahrer weiß im Vorfeld nie oder nur selten, ob sie ihre Ladung selbst entladen müssen. Besonders hoch ist der Anteil mit rund 65 Prozent bei ausländischen Fahrpersonal.  Über Wartezeiten werden nur wenige Fahrer verbindliche informiert. Das bestätigen auch rund 62 Prozent der befragten Rampenbetreiber.

Sind die Zuständigkeiten unklar, entscheidet laut Fahrpersonals in über 59 Prozent der Fälle der Rampenbetreiber, ob nun der Fahrer sein Fahrzeug selbst entladen muss oder nicht. In circa 26 Prozent trifft der Arbeitgeber die Entscheidung in fast 15 Prozent der Fahrer.

Positivere Tendenzen zeigen sich nach aktueller Berichtslage gegenüber einer Analyse des BAG im Jahr 2011 bei den sozialen Aspekten. Sowohl das Fahrpersonal wie auch Rampenbetreiber empfinden den persönlichen Umgang an den Rampen als überwiegend gut. Allerdings, so das BAG, falle auch hier die Einschätzung der Rampenbetreiber in der Tendenz positiver aus als bei den befragten Fahrpersonal. Während rund 80 Prozent der befragten Rampenbetreiber den persönlichen Umgang an der Rampe mit „eher positiv“ oder „sehr positiv“ bezeichneten, empfanden dies nur knapp 60 Prozent der Kraftfahrer.

In Umsetzung der Maßnahme des Aktionsplanes Güterverkehr und Logistik der Bundesregierung – „Abläufe an Laderampen verbessern“ –  hatte das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) einen Bericht zur Situation im März 2018 veröffentlicht. Das BAG befragte dazu deutschlandweit insgesamt 778 Berufskraftfahrer sowie Rampenbetreiber verschiedener Branchen.

Die Marktbeobachtung Güterverkehr – Abläufe an den Laderampen verbessern – Ergebnisse einer Befragung von Kraftfahrern und Rampenbetreibern ist auf der Website des BAG zu finden.

Alltag an der Laderampe...

Ein Lk­w-Fah­rer ist un­ter­wegs zu drei Kun­den. Die Lenk­zei­ten wür­den ei­gent­lich pas­sen. An ei­ner der La­de­stel­len will er ei­ne vor­ge­schrie­be­ne Ru­he­zeit ein­le­gen und nach der letz­ten käme er plan­mä­ßig in­ner­halb der ge­setz­li­chen Lenk­zeit gut zu­rück. Al­les im grü­nen Be­reich, denkt er. Kein Stau. Er fährt zum ers­ten Kun­den. An den Ram­pen ist noch kein Platz.

Der Fah­rer stellt den Ta­cho auf Pau­se, um ei­ne ers­te ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne Lenk­zeit­un­ter­bre­chung von 15 Mi­nu­ten auf dem Ta­cho zu ha­ben. Er weiß zwar ge­nau, dass die War­te­zeit an der Ram­pe, da sie ihm nicht vor­her ge­nau zeit­lich be­kannt ist, eben nicht Pau­sen- son­dern Ar­beits­zeit ist. Aber er weiß nicht, was ihn bei den an­de­ren Ent­la­de­stel­len er­war­tet und was auf der Stra­ße...

Doch nun zeigt der Mit­ar­bei­ter vom La­ger dem Fah­rer, wo er die Pa­let­ten ab­la­den soll.. Per­so­nal zur Ent­la­dung? Zur­zeit nicht. Der Fah­rer ist nicht ver­pflich­tet, die Wa­re zu ent­la­den. Denn das war nicht ver­ein­bart und da­mit hat das auch sein Dis­po­nent nicht als Ar­beits­zeit ein­ge­plant.

Doch ent­lädt der Fah­rer jetzt nicht, kommt er nicht recht­zei­tig vom Hof und zu spät zum nächs­ten Kun­den. Al­so: Ent­la­den! Mit dem Ta­cho rechts­wid­rig auf Pau­se. Wür­de jetzt das Bun­des­amt für Gü­ter­ver­kehr kon­trol­lie­ren, wür­de ihm das ein Ver­warn­geld ein­brin­gen.

Fragen zur Arbeitszeit?

Was zu den Ar­beits­zei­ten zähl­t, ist ge­setz­lich ge­re­gel­t. Aus­kunft dar­über gibt es bei ver­.­di vor Or­t. Zu­dem sind in vie­len Man­tel­ta­rif­ver­trä­gen für die Be­schäf­tig­ten der Bran­che in den je­wei­li­gen Bun­des­län­dern ta­rif­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen zwi­schen ver­.­di mit den Ar­beit­ge­ber­ver­bän­den ge­trof­fen wor­den.