Branche

Entwicklungen in der Logistik – ver.di-Tagung für Betriebsräte

Entwicklungen in der Logistik – ver.di-Tagung für Betriebsräte

Wie gestaltet sich die betriebliche Interessenvertretung, wenn immer mehr Kolleg*innen im Home-Office arbeiten? Welche Probleme bringen Befristung und Leiharbeit mit sich? Wie können wir Rassismus und Diskriminierung im Betrieb begegnen?

 Frank Günther, ver.di

Fragen, die rund 130 Betriebsrät*innen aus der Logistik – unter ihnen auch zahlreiche Jugend- und Auszubildendenvertreter*innen – auf der ver.di-Betriebsrätetagung am 13. und 14. Oktober in Göttingen diskutierten.

„Die Pandemie hat uns als Betriebsrät*innen vor große Herausforderungen gestellt. Wir mussten oft kurzfristig und innovativ reagieren. Es tut gut, hier und heute die Erfahrungen mit anderen Betriebsrät*innen der Branche auszutauschen und zu bewerten“, berichtet Claudia König-Lubach, Betriebsrätin aus Kassel.

Großes Interesse zeigten die Teilnehmenden auch an der Situation von entsandten beziehungsweise mobilen Beschäftigten aus EU-Mitgliedstaaten, deren Arbeitsrealität sehr ergreifend durch Berater*innen von den Beratungsnetzwerken „Faire Mobilität, Faire Integration“ und „Arbeit und Leben“ dargestellt wurde. Wie exzessiv die überwiegend osteuropäischen Kolleg*innen aufgrund ihrer fehlenden Absicherung und ihres arbeitsvertraglichen Status ausgebeutet werden, wurde beispielhaft am Geschäftsmodell von Amazon deutlich, welches von Subunternehmen und Scheinselbständigkeit geprägt ist.

„Es ist sehr wertvoll, dass wir uns in diesem Jahr wieder in Präsenz treffen können. Nicht nur die Betriebsrät*innen haben großes Interesse an Qualifizierung und Diskussion. Auch wir als ver.di können und wollen unsere Themen gemeinsam mit den Kolleg*innen bewegen. Die Betriebsrät*innen-Tagung hat sich als Forum für diesen Austausch bewährt“, betont Stefan Thyroke, ver.di-Bundesfachgruppenleiter für Speditionen und Logistik.