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Selbst im Stillstand immer in Bewegung!

Selbst im Stillstand immer in Bewegung!

Auch sie wurden in der ersten Welle der Pandemie als „Held*innen der Krise“ gefeiert – wenn auch die Lobeslieder etwas verhaltener klangen als bei anderen systemrelevanten Berufsgruppen – die Lkw-Fahrer*innen.

Geschlossene Raststätte in der Corona-Pandemie ver.di Geschlossene Raststätten in der Corona-Pandemie

 

Dabei ist das, was sie geleistet haben nicht nur allgemeinen Applaus, sondern tosenden Beifall würdig. Schließlich versorgten sie das Land mit Waren und Gütern. Von Grundnahrungsmitteln bis hin zu Hygieneartikeln, zu denen unter anderem das heiß begehrte Toilettenpapier zählt.

Aus dem ersten Lockdown nichts gelernt

„Echte Wertschätzung, insbesondere durch die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen in Zeiten von Corona, erfahren die Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer auch in der zweiten Welle der Pandemie nur unzureichend“, berichtet Sven Fritzsche von den ver.di Kraftfahrerkreisen. „Die Kolleginnen und Kollegen machen in erster Linie ihren Job und arrangieren sich mit den Einschränkungen so gut es geht.“

Mit Einschränkungen meint Fritzsche die Versorgungssituation unterwegs: Geschlossene Autobahnraststätten und nicht überall zugängliche Toiletten sowie Waschmöglichkeiten und Duschen. Natürlich macht auch mal die schlichte Bockwurst von der Tankstelle, serviert auf einem Pappteller, satt. Auf Dauer ist der vier Euro teure Imbiss „auf die Hand“ keine ausgewogene, erholsame Mahlzeit. „Im Grunde genommen geht es auch weniger um ‚die Wurst‘ “, erklärt Fritzsche. „Ein Zeichen von Anerkennung, für das was wir leisten und Verständnis für unsere aktuellen Herausforderungen. Das wünschen wir uns.“

Warenwerte statt wahre Werte

Der Online- und Versandhandel profitiert von den Einschränkungen des stationären Einzelhandels enorm: Rund 40 Prozent mehr Päckchen, Pakete und Warensendungen gilt es zum Kunden – und einen beachtlichen Teil davon als Retoure zurück zum Händler – zu transportieren. Die Folge: Stau und stundenlange Wartezeiten für die Lkw-Fahrer*innen beim Be- und Entladen in den Verteilzentren. Auch die verschärften Hygienevorschriften haben Folgen für die Kolleg*innen: „Bei einigen Kunden dürfen wir die Sanitäreinrichtungen nicht benutzen, sondern müssen auf eine bereitgestellte Dixi-Toilette ausweichen. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir aus Gründen des Infektionsschutzes die gesamte Wartezeit in unserer Fahrerkabine verbringen mussten“, berichtet Burkhard Taggart, ebenfalls Berufskraftfahrer und Mitglied der ver.di-Kraftfahrerkreise.

Klar ist: Die Kolleg*innen hinter dem Lkw-Steuer haben volle Wertschätzung verdient. Das muss sich auch – und gerade besonders (!) – in der Pandemie zeigen.