Branche

Vertrauensperson im Einsatz für die Kolleg*innen

Vertrauensperson im Einsatz für die Kolleg*innen

Die Schwerbehindertenvertretung setzt sich für die Teilhabe schwerbehinderter Menschen im Arbeitsleben ein und vertritt ihre Interessen.

Die Kolleg*innen der Schwerbehindertenvertretung (SBV) sind die gewählte Interessenvertretung der schwerbehinderten und gleichgestellten Beschäftigten im Betrieb. Sie haben ein offenes Ohr für Kolleg*innen und unterstützen diese in oft unüberschaubaren Situationen, zum Beispiel, wenn sich etwas am Arbeitsplatz oder der Gesundheit verändert.

Die SBV achtet aber auch darauf, dass die Gesetze und Bestimmungen im Betrieb eingehalten werden. Zum Beispiel, dass die Kolleg*innen entsprechend ihrer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung einen geeigneten Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt bekommen. Darüber hinaus hilft die SBV bei der Beantragung, zum Beispiel auf Feststellung einer Behinderung (Schwerbehindertenantrag) oder für Hilfsmittel am Arbeitsplatz. Hierzu wird bei den zuständigen Stellen, wie der Deutschen Rentenversicherung, Agentur für Arbeit, den Integrations- und Inklusionsämtern ein Antrag gestellt. 

Die SBV kann auch dir helfen

Wenn aus gesundheitlichen Gründen der aktuellen Arbeit nicht mehr nachgegangen werden kann, zum Beispiel wenn gesundheitliche Probleme in der Zustellung auftreten oder schwere Pakete nicht mehr getragen werden können, wird mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat gemeinsam nach Lösungen gesucht. Es wird zuerst geprüft, in wie weit Hilfsmittel den Arbeitsalltag erleichtern können oder die Möglichkeit besteht, Arbeitsabläufe zu verändern. In einem weiteren Schritt wird dann geprüft, ob eventuell ein alternativer Arbeitsplatz in Frage kommt.

Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Betriebsräten ist hier ein wichtiger Bestandteil, um die Interessen der schwerbehinderten Kolleg*innen durchzusetzen.

Du willst bei der SBV mitmachen, oder in deinem Betrieb eine SBV gründen? Dann wende dich an einen Betriebsrat oder ver.di vor Ort.

Ein gutes Beispiel, der Inklusions-Award der Deutschen Post

Die Deutsche Post DHL hat mit dem Konzernbetriebsrat und der Konzernschwerbehindertenvertretung eine freiwillige Konzern-Inklusionsvereinbarung abgeschlossen. Aus dieser ist der Inklusions-Award entstanden, mit dem gute Beispiele im Konzern ausgezeichnet werden.

Zum Beispiel wurde das Projekt für gehörlose Menschen im DHL Hub Leipzig prämiert. Eine eigene Abteilung wurde für die gehörlosen Kolleg*innen eingerichtet und die Vorgesetzten wurden in Gebärdensprache geschult.

Inklusion ist ein wichtiger Bestandteil in der Unternehmenskultur im Konzern Deutsche Post DHL geworden, nicht zuletzt wegen der guten Arbeit der SBV. Hier zeigt sich, dass es eine immens wichtige gesellschafts- und sozialpolitische Aufgabe ist, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen und zu fördern und einen Beitrag dazu zu leisten, dass schwerbehinderte Menschen gleichberechtigt am Arbeitsleben teilhaben können.             

Vom 1. Oktober bis zum 30. November 2022 finden die Wahlen der Schwerbehindertenvertretung (SBV) statt. Beteilige dich an der Wahl.

„Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, mich für meine Schwerbehinderten Kolleg*innen einzusetzen. Richard von Weizäcker sagte einmal: Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, was jedem von uns jederzeit genommen werden kann.“

Jürgen Finis, stellv. Gesamtschwerbehindertenvertretung, Deutsche Post AG

„Für mich ist es besonders wichtig, dass bei immer schnelleren Veränderungen der Mensch mitgenommen wird. Nichts ist so beständig wie der Wandel, wie Heraklit von Ephesus (535-475 v. Chr.) sagte.“

Ina Spörrer, Konzern- und Gesamtschwerbehindertenvertretung, Deutsche Post AG