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Schleichender Rückzug der Post

Duale Ausbildung

Schleichender Rückzug der Post

Demonstrierende mit ver.di-Fahnen ver.di Kundgebung Deutsche Post AG

15.11.2017 +++ Rund 600 ver.di-Mitglieder und Betriebsräte der Deutschen Post AG haben auf einer Kundgebung gegen den schleichenden Rückzug des Postkonzerns aus der dualen Ausbildung protestiert.

Der Konzern will die duale Berufsausbildung für den Beruf der Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienste (FKEP) zurückfahren und durch eine berufsbegleitende Qualifizierung ersetzen. „Während die Vorstände anderer großer Konzerne zusammen mit der Bundeskanzlerin im Frühjahr in die USA gereist sind, um dem US-Präsidenten die Vorzüge der dualen Berufsausbildung in Deutschland zu erläutern, streicht der Postkonzern genau diese Ausbildung zusammen“, kritisierte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. Auch Carina Brand von der ver.di-Jugend und der Konzernbetriebsratsvorsitzende Thomas Koczelnik forderten die Post auf, Verantwortung für junge Menschen zu übernehmen.

Die Zahl der dualen FKEP-Ausbildungsplätze von derzeit rund 1400 soll im kommenden Jahr auf rund 750 halbiert werden. Weitere rund 750 einzustellende Beschäftigte sollen die Berufsqualifikation nicht mit einer dualen Ausbildung, sondern durch eine berufsbegleitende IHK-Prüfung erwerben. In den 46 DHL Delivery GmbHs soll die duale Ausbildung ganz abgeschafft werden. In den Niederlassungen der Deutschen Post AG soll nach derzeitigem Kenntnisstand je nach Bewerberlage entschieden werden, ob eine duale Ausbildung oder eine berufsbegleitende Qualifikation angeboten wird.

Aus Sicht von ver.di ist gegen eine berufsbegleitende Qualifizierung nichts einzuwenden. Sie darf aber nicht zulasten der dualen Ausbildung gehen.