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Für eine Zustellung mit Zukunft

Deutsche Post AG

Für eine Zustellung mit Zukunft

Es muss ei­ne werk­täg­li­che Zu­stel­lung von Brief­sen­dun­gen ge­ben. ver.di Es muss ei­ne werk­täg­li­che Zu­stel­lung von Brief­sen­dun­gen ge­ben.

12.10.2017 +++ Mehr Gewichte, größere Bezirke, neue Produkte, die Qualität ist wichtig – und wie soll man das alles in der vorgegebenen Arbeitszeit schaffen? Das fragen sich viele Zustellerinnen und Zusteller tagein tagaus. Und nun setzt die Deutsche Post AG noch eines oben drauf und führt unter dem schön klingenden Namen „Meine Zustellung“ einen Versuch durch, der es in sich hat.

In ganz Deutschland sind ausgewählte Zustellerinnen und Zusteller dabei, Kunden anzusprechen und ihnen versuchsweise anzubieten, dass sie ihre Post nur noch an einem oder an drei Tagen nach Hause zugestellt bekommen oder aber an fünf Tagen in der Woche – dann aber an den Arbeitsplatz. Man wolle wissen, was die Kunden wollen, so die Begründung der Deutschen Post AG. Die bestehenden Vorgaben des Universaldienstes seien nicht bedarfsorientiert, sondern „starr“. Außerdem zahle doch, wer seine Briefe am nächsten Tag bekommen möchte, „gerne einen kleinen Aufpreis“, so das Unternehmen.
ver.di hat sich klar gegen diesen Versuch der Deutschen Post, die Zahl der Zustelltage zu reduzieren, positioniert. Denn damit sägt die Deutsche Post AG an dem Ast auf dem sie sitzt und gefährdet auch die Arbeitsplätze.

Stabiles Volumen dank attraktiver Dienstleistung

Völlig unbestritten ist, dass sich die Postmärkte durch die Digitalisierung verändern. Das Paketvolumen wächst und das Briefvolumen geht zurück. In anderen europäischen Ländern sind die Rückgänge bei den Briefsendungen zum Teil gravierend. In Deutschland aber ist der Briefmarkt mit einem Rückgang von zirka zwei bis drei Prozent pro Jahr ausgesprochen stabil. Das liegt auch an der Attraktivität der Dienstleistung: Ein Standardbrief kostet in Deutschland 70 Cent. In anderen EU-Staaten sind Briefe zum Teil deutlich teurer. Und es gibt seitens der Politik mit der Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV) die Vorgabe, dass an allen sechs Werktagen zugestellt werden muss und dass bei den Briefen 80 Prozent der Sendungen ihre Empfänger am nächsten und 95 Prozent der Sendungen ihre Empfänger am übernächsten Tag erreicht haben müssen.

Das Regulierungsthema wird von der Politik in der nun anstehenden Legislaturperiode angepackt werden. Da geht es um die PUDLV aber auch um das Postgesetz generell. ver.di bringt sich hier ein. Gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung brauchen wir eine postalische Infrastruktur auf hohem Niveau. Digitalisierung heißt für uns nicht, dass sich in den Ballungsräumen die Paketdienste gegenseitig auf den Füßen herumtrampeln und das Land verödet. Sondern Digitalisierung heißt für uns, dass die Menschen in Stadt und Land gleichermaßen an den Vorzügen, wie dem Online-Handel, teilhaben können. Dass es sich auch für kleinere oder mittelständische Unternehmen lohnt, in der Fläche anzusiedeln. Dass Ärzte mit ihren Patienten oder den medizinischen Laboren schnell und zuverlässig kommunizieren können. Das sichert die Arbeitsplätze der Beschäftigten und das sichert auch eine moderne Zukunft für unser Land!