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30. September 2021 - Stichtag für Antrag zur Entlastungszeit

30. September 2021 - Stichtag für Antrag zur Entlastungszeit

In der Tarifrunde 2018 hat ver.di in den Tarifverträgen bei der Deutschen Post AG die sogenannte Entlastungszeit durchgesetzt und diese 2020 zuletzt erweitert. Insgesamt nehmen bereits 24.000 Arbeitnehmer*innen Entlastungszeit in Anspruch und haben dadurch zusätzliche Freizeit. Damit ist die Entlastungszeit bei der Deutschen Post ein Modell mit hoher Akzeptanz.

 ver.di

Jetzt beantragen für Entlastungszeit ab 2022

Entlastungszeit kann immer zum Jahresbeginn am 1. Januar in Kraft treten. Dafür musst du sie bis 30. September des Vorjahres mit einem Formblatt bei der Personalstelle beantragen. Dies gilt auch für Änderungen wie zum Beispiel einer Erhöhung oder Reduzierung.

 

 

Du hast die Wahl: Mehr freie Zeit oder Tariferhöhung

Wer Entlastungszeit in Anspruch nimmt, tauscht Tariferhöhung gegen Freizeit. Wer bisher die Entlastungszeit 162 beansprucht hatte und zum 30. September 2021 diese auf die Entlastungszeit 202 aufstockt, bei dem bleibt der Monatslohn ab dem 1. Januar 2022 auf dem Niveau von 2021, aber der Freizeitanspruch aus Entlastungszeit steigt aufgrund der vereinbarten Tariferhöhung ab dem 1. Januar 2022 um 2 Prozent auf 202,91 Stunden im Kalenderjahr. Wer keine Entlastungszeit wählt, erhält 2 Prozent Tariferhöhung ab 1. Januar 2022.

Alle fünf unten genannten Modelle der Entlastungszeit können auch die Arbeitnehmer*innen beanspruchen, die bisher keine Entlastungszeit gewählt haben. Wer erstmals Entlastungszeit beansprucht, der tauscht bereits vorgenommene Tariferhöhung gegen Freizeit. Damit sinkt ab dem 1. Januar 2022 das Monatsentgelt in Abhängigkeit von der gewählten Entlastungszeit und stattdessen entsteht ein Freizeitanspruch aus Entlastungszeit.

Du willst wissen, wie hoch dein Monatslohn im nächsten Kalenderjahr mit Entlastungszeit ist? Hier hilft ein Blick in die ver.di-Tariftabellen. Dort ist für jedes Jahr und jede Entlastungszeit der Monatslohn für Vollbeschäftigte abgebildet. Teilzeitbeschäftigte teilen den Monatslohn durch 38,5 und multiplizieren ihn mit der eigenen Wochenarbeitszeit. Dein ver.di-Betriebsrat berät dich bei Fragen.

Die ver.di-Tarifbroschüren mit den wesentlichen gültigen Tarifverträgen und Entgelttabellen bei der DP AG kannst du als ver.di-Mitglied hier kostenfrei bestellen.

 

Du möchtest mehr freie Zeit statt mehr Geld und Entlastungszeit beantragen?

Bis zum 30. September 2021 hast du die Möglichkeit, dies bei der Personalstelle auf dem Formblatt anzuzeigen. Wer bereits Entlastungszeit gewählt hat und nichts ändern will, der muss nichts tun. Die Entlastungszeit läuft so lange, bis diese zum 30. September des Jahres für das kommende Kalenderjahr „abgewählt“ oder verändert wird.

Entlastungszeit, die nicht abgewickelt wurde, wird am Ende des Kalenderjahres zum erhöhten Tarif ausgezahlt, es verfällt also nichts!

ver.di ist die einzige Gewerkschaft in Deutschland, die im Tarifvertrag die Möglichkeit geschaffen hat, dass Arbeitnehmer*innen im Jahr bis 202,91 Stunden Freizeitanspruch anstelle von Tariferhöhung wählen können. Das sind in etwa 27 zusätzliche freie Arbeitstage und entspricht für Vollzeitbeschäftigte einer Wochenarbeitszeitverkürzung auf 34,6 Stunden.          

Warum gibt es keine Entlastungszeit für Beamt*innen?

Bei der Entlastungszeit können Arbeitnehmer*innen Tariferhöhung in zusätzliche freie Zeit – Entlastungszeit – „tauschen“. Diese Wahlmöglichkeit wurde von ver.di bei der DP AG tarifvertraglich ausdrücklich vereinbart.

Die Besoldung der Beamt*innen erfolgt nach dem Alimentationsprinzip: Der Dienstherr muss für einen angemessenen Lebensunterhalt der Beamt*innen sorgen. Beamt*innen der Deutschen Post AG sind Bundesbeamt*innen, daher werden die Besoldungserhöhungen über ein Gesetz (Besoldungsanpassungsgesetz) von Bundestag und -Bundesrat beschlossen. Die „hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums“ lassen es nicht zu, dass Beamt*innen auf Besoldung verzichten oder Teile einer Besoldungserhöhung in freie Zeit umwandeln können, sie lassen damit eine Wahlmöglichkeit auf Entlastungszeit anstelle von Besoldungserhöhung nicht zu. Daher ist es für Beamt*innen bei der Post bisher ausgeschlossen, Besoldungserhöhung in „Entlastungszeit“ umzuwandeln.