Über drei Millionen Beschäftigte haben in Deutschland nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Über die Hälfte der Menschen unter 30 Jahren landen heute in befristeten Jobs.Mehr alsdie Hälfte derBefristungen ist sachgrundlos, fast jede zweite Neueinstellung ist davon betroffen.Je größer der Betrieb, desto höher der Anteil an Befristungen, oft reihen sich hier Befristungen mit Sachgründen nahtlos an die sachgrundlose Befristung an.

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Befristete Arbeitsverträge – arbeiten mit Ablaufdatum bei der DP AG

„Ich finde es traurig, dass die Deutsche Post AG unseren Kolleg*innen, die gerne zur Arbeit kommen und vollen Einsatz zeigen, keine gute Perspektive bietet und sie unbefristet einstellt“ – klare Worte einer ver.di-Kollegin bei der Deutschen Post AG.

Wir machen uns gemeinsam mit ver.di-Betriebsräten, Vertrauensleuten und engagierten Kolleg*innen stark für Beschäftigungsverhältnisse mit einer sicheren, unbefristeten Zukunft. Die erste Wegmarke war die Themenwoche vom 26. bis 30. April 2021 bei der Deutschen Post AG. In dieser Woche haben wir mit örtlichen Aktionen unserer Forderung Nachdruck verliehen.

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Mehr und mehr Menschen haben einen Arbeitsvertrag mit festgelegtem Enddatum – einen befristeten Arbeitsvertrag. So auch bei der Deutschen Post AG: Dort steigt die Zahl der befristet Beschäftigten stark an. Was das bedeutet und was ver.di plant:

Was heißt Befristung oder „befristeter Arbeitsvertrag“?

Befristete Arbeitsverhältnisse gibt es sowohl mit Sachgrund als auch sachgrundlos. Gründe, in denen ein Arbeitsvertrag mit Enddatum ausgegeben werden kann, umfassen beispielsweise eine Elternzeit- oder Krankheitsvertretung sowie eine Projektstelle. Sachgrundlose Befristungen werden rein kalendarisch gesetzt und sind gesetzlich bis zu 24 Monate zulässig. Der Arbeitgeber kann das Datum bestimmen, zu dem der Arbeitsvertrag auslaufen soll und die oder der den Job verliert.

Damit reihen sich beide Befristungsformen, aber vor allem die sachgrundlose Variante, in die Ausprägungen prekärer Beschäftigung ein: Diese beschreibt Arbeitsverhältnisse, welche gesellschaftliche Standards unterschreitet, indem sie zum Beispiel nicht auf Dauer angelegt sind. Erfahre mehr!

Themenwoche 26. April 2021 bis 30. April 2021

Während der Themenwoche vom 26. bis 30. April setzten ver.di-Kolleg*innen an etlichen Standorten ein Zeichen: Die befristeten Kolleg*innen haben Respekt – und damit einen festen Arbeitsvertrag – verdient. Um die Kolleg*innen zu informieren und den ver.di-Standpunkt deutlich zu machen, fanden verschiedene Aktionen in den Betrieben statt. So sammelten engagierte Kolleg*innen Unterschriften der Beschäftigten gegen die Befristungspolitik des Arbeitgebers, starteten Fotoaktionen zum Beispiel vor dem Werkstor und verliehen dem Anliegen Nachdruck, indem sie Flyer verteilten.

Die Kolleg*innen sollten auf das Thema und die Unterstützungsange-bote von ver.di aufmerksam gemacht werden, zudem wurden Politiker*innen eingeladen und in die Problematik eingebunden. In Hessen berichtete sogar ein Fernsehteam über die Aktionen vor Ort und fing die Stimmen unserer Kolleg*innen ein. Mehr zur Themenwoche findest du hier.

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Aktionen vor Ort: BG Brief Kiel

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