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ver.di fordert ordentliches Lohnplus

Deutsche Post AG

ver.di fordert ordentliches Lohnplus

23.01.2018 +++ ver.di und die Deutsche Post AG haben in Niederkassel für die rund 130 000 Tarifbeschäftigten des Unternehmens die Tarifverhandlungen aufgenommen. ver.di fordert für die Beschäftigten ein ordentliches Lohnplus.

Mitglieder der Verhandlungskommission an einem Tisch ver.di ver.di-Verhandlungskommission mit Verhandlungsführerin Andrea Kocsis (5. von rechts) und die Arbeitgeberseite mit Verhandlungsführer Thomas Ogilvie (4. von links)

Nachdem die Tarifkommission unter anderem auf Grundlage der Ergebnisse der Mitgliederbefragung  am 10. Januar dieses Jahres die Forderungen für die diesjährige Tarifrunde bei der Deutschen Post AG beschlossen hatte, haben ver.di und die Deutsche Post AG die Verhandlungen am 23. Januar 2018 in Niederkassel bei Bonn aufgenommen.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten eine lineare Erhöhung der Einkommen und Ausbildungsvergütungen um sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem soll eine tarifvertragliche Wahlmöglichkeit geschaffen werden, wonach der einzelne Beschäftigte einen Teil der zu vereinbarenden Tariferhöhung in freie Zeit umwandeln kann. Ferner soll das bislang einmal jährlich aufgrund einer Leistungsbeurteilung gezahlte variable Entgelt der Entgeltgruppen 1 bis 4 durch einen festen monatlichen Betrag abgelöst werden. Die entsprechenden tarifvertraglichen Bestimmungen sind von ver.di fristgerecht mit Ablauf des 31. Januar 2018 gekündigt worden. Im Zuge der Tarifverhandlungen soll auch über die Fortschreibung der bestehenden Regelungen zur Postzulage für die rund 32 000 Beamtinnen und Beamten der Deutschen Post AG verhandelt werden.

„Unser Ziel in dieser Tarifrunde ist ein richtig ordentliches Lohnplus für die Beschäftigten der Deutschen Post AG“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis vor der zweiten Verhandlungsrunde. Der Deutschen Post AG gehe es wirtschaftlich prächtig. Das müsse sich in dem angestrebten Tarifabschluss widerspiegeln, so Andrea Kocsis.

Schon zum Verhandlungsauftakt hatte ver.di die Forderung nach einer deutlichen Einkommenserhöhung begründet. Nicht zuletzt der Tarifabschluss des Jahres 2015 mit den beiden Entgelterhöhungen von zwei und 1,7 Prozent über die lange Laufzeit von 32 Monaten habe „deutliche Nachholbedarfe“ generiert. Dies zeige sich auch am Tarifindex des statistischen Bundesamtes. Danach seien die Tarifverdienste bei der Deutschen Post AG geringer angestiegen als in der Gesamtwirtschaft. Zugleich feiere das Unternehmen ein Rekordergebnis nach dem nächsten. Es sei jetzt an der Zeit, diesen Erfolg mit den Beschäftigten zu teilen. Das Unternehmen könne dies auch finanzieren.

ver.di erwartet von der Deutschen Post AG, dass man in den Verhandlungen zügig und ohne Gegenforderungen zu Ergebnissen kommt. Letztere hat die Deutsche Post AG bei der Eröffnung am Verhandlungstisch auch nicht erhoben. Aussagen der Deutschen Post AG, dass schon aufgrund der nötigen Investitionen der Spielraum für Tariferhöhungen klein sei, treffen auf das völlige Unverständnis von ver.di. Die Deutsche Post AG kann nicht ernsthaft erwarten, dass die Beschäftigten für nötige Investitionen aufkommen. Wenn die Dividende der Aktionäre von Jahr zu Jahr angehoben wird, besteht auch Spielraum für deutliche Einkommenserhöhungen. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 6. und 7. Februar statt.