Tarif

ver.di will Weiterentwicklung

Generationenvertrag

ver.di will Weiterentwicklung

28.11.2018 +++ Der Generationenvertrag, ein im Jahr 2011 zwischen ver.di und der Deutschen Post AG geschlossenes Tarifmodell zu alternsgerechtem Arbeiten und zur Bewältigung des demografischen Wandels, wird von den Beschäftigten sehr gut angenommen.

Zwei Zusteller Frank Rumpenhorst Erfolg für die Zukunft: Generationenvertrag

In der diesjährigen Tarifrunde vereinbarten beide Seiten im dritten Quartal ein Tarifgespräch zur Fortentwicklung des Generationenvertrages zu führen. Das Tarifgespräch zwischen ver.di und der Deutschen Post AG fand am 10. September 2018 statt. Die Tarifvertragsparteien stellten übereinstimmend fest, dass die Tarifverträge zu einem Kombinationsmodell aus Altersteilzeit und Freistellung aus einem Zeitwertkonto, hohe Akzeptanz bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern des Unternehmens genießen. Im November dieses Jahres hatten fast 25 500 von ihnen ein Zeitwertkonto, über 4100 befinden sich bereits in der Altersteilzeit, davon über 1100 in der Freistellungsphase, die aus dem Zeitwertkonto gespeist wird. Im Tarifgespräch konnten gemeinsame Vorstellungen zur möglichen Fortentwicklung des Generationenvertrages erörtert werden.

Die Tarifverhandlungen wurden am 23. und 24. Oktober aufgenommen. Die Verhandlungskommission besteht aus den Kolleginnen und Kollegen, die bereits im Jahr 2011 erfolgreich das Kombinationsmodell aus Altersteilzeit und Zeitwertkonten verhandelt hatten. Neben einer Verlängerung des Zeitraumes der Altersteilzeit und dessen Finanzierung werden unter anderem über weitere Möglichkeiten der Tarifbeschäftigten zum Ansparen eines Wertguthaben im Zeitwertkonto verhandelt. Am 26. und 27. November haben die Verhandlungen in dritter Runde stattgefunden. ver.di hatte die Hoffnung, die Verhandlungen am 27. November abschließen zu können. Dies ist jedoch nicht gelungen. Als weiterer Verhandlungstermin wurde der 7. Dezember festgelegt.

ver.di verfolgt in den Verhandlungen das Ziel, das Erfolgsmodell des Generationenvertrages deutlich weiterzuentwickeln. Mit einer Verlängerung der sechsjährigen Altersteilzeit könnte eine verbesserte Grundlage geschaffen werden, mit der eine Entlastung durch die Halbierung der wöchentlichen Arbeitszeit durch Altersteilzeit schon deutlich vor dem 59. Lebensjahr möglich wird. Es bleibt die Position von ver.di, Regelungen abzulehnen, die einen Zwang zum frühestmöglichen Renteneintritt beinhalten. Diese haben dramatische lebenslange Rentenabschläge zur Folge.

Der Generationenvertrag ist ein wirksames Instrument zur Bewältigung des demografischen Wandels und zur Gestaltung  alternsgerechter Arbeit. Durch die sofortige Halbierung der Arbeitszeit in der Altersteilzeit wird die körperliche Beanspruchung und die Arbeitsbelastung älterer Arbeitnehmer ab dem ersten Tag der Altersteilzeit spürbar reduziert und zum Ende der Altersteilzeit folgt eine Freistellungsphase aus dem Zeitwertkonto. Dieses Modell fördert schon in seiner jetzigen Form das Erreichen der jeweiligen gesetzlichen Regelaltersgrenze. Jetzt geht es ver.di in den Tarifverhandlungen um weitere Verbesserungen.

Tarifabschluss

Al­terns­ge­rech­tes Ar­bei­ten

Am 7. Ok­to­ber 2011 ei­nig­ten sich ver­.­di und die Deut­sche Post AG auf den Ge­ne­ra­tio­nen­ver­trag. Der Ta­rif­ver­trag ist ein in­no­va­ti­ves In­stru­ment zur Ge­stal­tung al­ter(n)s­ge­rech­ten Ar­bei­tens. Die kör­per­li­che Be­an­spru­chung und Ar­beits­be­las­tung äl­te­rer Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer soll spür­bar re­du­ziert und der Ver­bleib der Be­schäf­tig­ten bei der Deut­schen Post AG in der Re­gel bis zum Er­rei­chen der je­wei­li­gen ge­setz­li­chen Re­gel­al­ters­gren­ze ge­för­dert wer­den. Der Ta­rif­ver­trag ist kein In­stru­ment zur Be­schleu­ni­gung des Per­so­nal­ab­baus.

Ausgezeichnet

Innovationspreis Generationenvertrag: Personalvorstand Angela Titzrath von der Deutschen Post AG und Stephan Teuscher von ver.di mit der Urkunde des Innovationspreises (v. l.)
Foto/Grafik: Markus Hintzen

Der Ge­ne­ra­tio­nen­ver­trag kommt nicht nur bei Be­schäf­tig­ten gut an. Als in der Ta­rif­land­schaft da­mals völ­lig neu­es Mo­dell, fand er im ge­sam­ten Land An­er­ken­nung. Er wur­de im Jahr 2013 mit dem In­no­va­ti­ons­preis der deut­schen Wirt­schaft, Ka­te­go­rie In­no­va­ti­ve Per­so­nal­kon­zep­te aus­ge­zeich­net.