Tarif

Tarifabschluss erzielt

Nordrhein-Westfalen

Tarifabschluss erzielt

Warnstreik an über 30 Orten wie hier bei DPD in Duisburg. ver.di Warnstreik an über 30 Orten wie hier bei DPD in Duisburg.

19.11.2018 +++ Beschäftigte in Speditionen, Logistik, Kurier-, Express- und Paketdiensten in Nordrhein-Westfalen erhalten mehr Geld. Zudem gelang mit Einführung des vollen 13. Monatsentgeltes ein Erfolg, der dauerhaft wirkt.

Die getrennt geführten Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden Verkehrswirtschaft und Logistik, Spedition und Logistik sowie Verkehrs- und Transportgewerbe im Bergischen Land begannen am 11. Oktober 2018. Bis zur siebenten Verhandlungsrunde am 19. November machten ver.di-Mitglieder in Betrieben durch Warnstreiks deutlich, was sie von der Arbeitgeberseite erwarten.

Am 19. November 2018 wurden die Tarifverträge geschlossen. 

  • Jahressonderzahlung

    Vereinbart wurde, dass ab 1. Januar 2019 das 13. Monatsentgelt zwischen 55 und 65 Prozent, ab 1. Januar 2020 zwischen 80 und 90 Prozent beträgt. Im Jahr 2021 wird das 13. Monatsentgelt in voller Höhe des monatlichen Tarifentgeltes gezahlt. Zudem ist der Erhalt dieses Entgeltes ab 1. Januar 2019 nicht mehr an ein unbefristetes Arbeitsverhältnisses geknüpft.

    Bereits im vorangegangen Tarifvertrag gelang eine wichtige tarifliche Vereinbarung: Die Einführung von Erfahrungsstufen als Ausdruck der Wertschätzung für langjährig Beschäftigte. Ihre Erfahrung, Kompetenz und Betriebstreue wird seither geldwert honoriert. Die erste Stufe in Höhe von 20 Euro wurde zum 1. November 2017 eingeführt, nun die zweite Stufe in Höhe von 40 Euro im Oktober 2018 und im November 2019 die dritte Stufe in Höhe von 70 Euro. Die erste Stufe wird ab dem vierten Jahr, die zweite Stufe ab dem achten Jahr und die dritte Stufe ab dem elften Jahr der Betriebszugehörigkeit fällig.

    Nun gelang erstmals für die Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen das volle 13. Monatsentgelt. Beide Erfolge wirken dauerhaft.

  • Jahressonderzahlung 2019

    Der Beschäftigte erhält bei einer Betriebszugehörigkeit von einem Jahr die Jahressonderzahlung in Höhe von 55 Prozent seines monatlichen Entgeltes.
    Der Beschäftigte erhält bei einer Betriebszugehörigkeit von drei Jahren die Jahressonderzahlung in Höhe von 60 Prozent seines monatlichen Entgeltes.
    Der Beschäftigte erhält bei einer Betriebszugehörigkeit von sechs Jahren die Jahressonderzahlung in Höhe von 65 Prozent seines monatlichen Entgeltes.

  • Jahressonderzahlung 2020

    Der Beschäftigte erhält bei einer Betriebszugehörigkeit von einem Jahr die Jahressonderzahlung in Höhe von 80 Prozent seines monatlichen Entgeltes.
    Der Beschäftigte erhält bei einer Betriebszugehörigkeit von drei Jahren die Jahressonderzahlung in Höhe von 85 Prozent seines monatlichen Entgeltes.
    Der Beschäftigte erhält bei einer Betriebszugehörigkeit von sechs Jahren die Jahressonderzahlung in Höhe von 90 Prozent seines monatlichen Entgeltes.

  • Jahressonderzahlung 2021

    Jeder Beschäftigte erhält die Jahressonderzahlung in Höhe von 100 Prozent seines monatlichen Entgeltes.

 

 

  • Entgelterhöhung und Auszubildendenvergütung

    Die Entgelte steigen ab 1. Januar 2019 um monatlich 75 Euro, ab 1. Januar 2020 um 40 Euro und ab 1. Januar 2021 um zehn Euro.

    Für einen Beschäftigten in der Ecklohngruppe 3 und damit im Jahr 2018 einem Jahresentgelt von 26 762,71 Euro (ohne Urlaubsgeld) bringt der Tarifvertrag im Vergleich zum Jahr 2021 ein Jahresentgelt von 29 910,79 Euro und damit 3148,08 Euro mehr Geld. Dies entspricht einer prozentualen Steigerung von 11,76 Prozent. Aufgeteilt nach Jahren bedeutet der Abschluss für den Beschäftigten der Ecklohngruppe 3 im Jahr 2019 5,55 Prozent mehr Entgelt, im Jahr 2020 3,80 Prozent mehr und im Jahr 2021 2,01 Prozent mehr Entgelt.

    Die Vergütungen der Auszubildenden steigen ab 1. Januar 2019 um monatlich 75 Euro. Im ersten Ausbildungsjahr erhalten sie damit 10,2 Prozent mehr, im zweiten 9,1 und im dritten 8,3 Prozent sowie auszubildende Berufskraftfahrer im dritten Ausbildungsjahr 7,1 Prozent.

    Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. August 2021 und hat damit eine Laufzeit von 34 Monaten.