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Deutsche Post AG: Tarifverhandlungen „Arbeitszeit Zustellung“ …

Deutsche Post AG: Tarifverhandlungen „Arbeitszeit Zustellung“ gescheitert

 

ver.di hat der Deutschen Post AG (DP AG) im Rahmen der Tarifverhandlungen zur Arbeitszeit Zustellung am 23. März 2020 ein Tarifangebot übergeben. Darin hat ver.di die flächendeckende Einführung von Arbeitszeitkonten in der Zustellung der DP AG angeboten. Dabei sollten für alle Beschäftigten Dienstpläne aufgestellt werden, freie Tage und ein spätestes Arbeitsende festgelegt werden. Die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte blieben im ver.di-Angebot bis auf die Entscheidung der Einführung von Arbeitszeitkonten in der Zustellung uneingeschränkt.

ver.di hat der Deutschen Post AG (DP AG) im Rahmen der Tarifverhandlungen zur Arbeitszeit Zustellung am 23. März 2020 ein Tarifangebot übergeben. Darin hat ver.di die flächendeckende Einführung… ver.di Für uns unterwegs: Die Zustellerinnen und Zusteller

 

Die DP AG hat dieses Tarifangebot* von ver.di abgelehnt und am 20. April 2020 ein Gegenangebot* abgegeben. Das Tarifangebot der DP AG wurde von der Tarifkommission am 22. April beraten und abgelehnt, da es nicht akzeptable Verschlechterungen gegenüber dem ver.di-Tarifangebot vom 23. März 2020 beinhaltete. So sieht es vor, dass das Arbeitszeitkonto Zustellung nach zwölf Monaten abgerechnet wird. Weist das Arbeitszeitkonto dann Minusstunden auf, sollen diese Minusstunden erst mit bestehenden Ansprüchen aus Überzeitarbeit verrechnet werden. Das halten wir für völlig inakzeptabel, denn der Arbeitgeber weist ja die Arbeitsmenge zu und nicht der Beschäftigte, daher dürfen Zustellerinnen und Zusteller nicht für Minusstunden haften!

Im Gegenangebot der DP AG wurde auch die im ver.di-Angebot enthaltene Regelung ersatzlos gestrichen, dass bei Erkrankung an Tagen, an denen Plusstunden abgewickelt werden sollten (Freizeitausgleich), diese nicht als abgewickelt gelten (analog der Regelung zur Entlastungszeit).

Die Folge der Streichung dieser Regelung durch die DP AG ist, dass trotz Krankheit Plusstunden als abgewickelt gelten. So stellen wir uns die Entlastung durch Freizeitausgleich von Plusstunden in der Zustellung nicht vor!

Das Tarifangebot der DP AG sieht entgegen dem ver.di-Tarifangebot keinen Ausschluss der Verhaltens- und Leistungskontrolle vor. Eine Nutzung der erfassten Arbeitszeitdaten über den Zweck des Tarifvertrages hinaus wäre nicht ausgeschlossen. Wir sehen die DP AG in der Verantwortung, einen Missbrauch der erfassten Daten gemeinsam mit ver.di tarifvertraglich auszuschließen!

Das Gegenangebot der DP AG ist aus Sicht der Tarifkommission kein Schritt in eine neue Arbeitszeitregelung und erforderliche Entlastung der Beschäftigten. Es überträgt unternehmerische Risiken auf Zustellerinnen und Zusteller. Die Tarifverhandlungen hierzu sind daher auf Grundlage des Gegenangebotes der DP AG für gescheitert erklärt worden.

 

* Die jeweiligen Tarifangebote findest du zum Download und zur Ansicht hier oben rechts. 

 

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Diesen Artikel findest du in unserer Mitgliederzeitschrift be.wegen 03/2020. 

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