Tarifrunde Deutsche Post 2020

Tarifrunde 2020 DP AG – Tarif 1x1

Tarifrunde Deutsche Post AG

Tarifrunde 2020 DP AG – Tarif 1x1

Das Tarifrunden 1x1 liefert sieben gute Gründe für die Tarifrunde bei der Deutschen Post AG 2020. Zudem wird auf die wichtigsten Fragen eingegangen: Wer schließt einen Tarifvertrag ab? Warum gibt es einen Tarifvertrag? Was kann ein Tarifvertrag regeln?

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DEINE TARIFRUNDE BEI DER DEUTSCHEN POST AG 2020

Die letzten Wochen und Monate waren durch die Corona-Pandemie turbulent – und bleiben es vermutlich auch noch länger. Dein Arbeitsalltag und die damit einhergehenden Belastungen haben sich verändert: Andere Arbeitszeiten, eventuell Homeoffice, Abstandsregeln und mehr und mehr Pakete. Wenn andere drinnen bleiben, warst und bist du draußen und sorgst für die Zustellung von Post und Paketen. Du und deine Kolleg*innen bei der Deutschen Post AG leisten Außerordentliches.

Durch die Pandemie wird es deutlicher denn je: Die Postbeschäftigten sind unverzichtbar. Deshalb braucht es mehr Bargeld statt nur Held! In der aktuellen Tarifrunde bei der Deutschen Post AG 2020 geht es um deinen Entgelttarifvertrag – sprich: Um mehr Geld in deiner Tasche! Ein Tarifvertrag ist immer besser für dich als das Gesetz, deshalb gibt es ihn nicht einfach so. Er muss erkämpft werden – von dir als ver.di-Mitglied und deinen ver.di-Kolleg*innen bei der DP AG. Auch regelmäßige Verbesserungen fallen nicht vom Himmel. Sie müssen verhandelt werden – gerade jetzt in der Tarifrunde bei der Deutschen Post AG 2020! Dafür setzen wir uns gemeinsam ein. Wir liefern! Jetzt seid ihr dran!


(MINDESTENS) 7 GUTE GRÜNDE FÜR DIE TARIFRUNDE BEI DER DEUTSCHEN POST AG 2020


1. Du und deine Kolleg*innen leisten gute Arbeit. Vor der Corona-Pandemie, während der Pandemie und darüber hinaus! Zum Beispiel stiegen die Paketmengen um bis zu 40 Prozent pro Tag. Die Deutsche Post AG fordert viel und wir – du und deine ver.di-Kolleg*innen – liefern. Jetzt seid ihr dran!

2. Der DP AG geht es wirtschaftlich gut. Die Deutsche Post DHL Group hat am 7. Juli bekanntgegeben, dass sie auch während der Corona-Pandemie ihren Gewinn im 2. Quartal deutlich gesteigert hat. Das operative Ergebnis stieg um 16 Prozent auf ganze 890 Millionen Euro! Dazu haben wir, du und deine Kolleg*innen, maßgeblich beigetragen. Denn ohne dich und deine Kolleg*innen wäre das nicht möglich gewesen.

3. Der Post-Konzern erwartet auch weiterhin ein operatives Ergebnis bis zu 3,8 Milliarden Euro für das gesamte Geschäftsjahr! Die Erwartungen an dich und deine Kolleg*innen bleiben also weiterhin hoch.

4. Die Managergehälter der Top-Aktienkonzerne, zu denen die DP AG zählt, betragen im Schnitt das 49-fache ihrer Beschäftigten. Wir als ver.di-Kolleg*innen setzen uns mit regelmäßigen Tariferhöhungen auch dafür ein, dass die Schere zwischen den Gehältern nicht größer wird.

5. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Die Prognose für die Inflationsrate 2019 und 2020 beträgt jeweils circa 1,5 Prozent. Das heißt, Produkte des täglichen Lebens werden teurer. Damit du und deine Kolleg*innen weiterhin gut von eurem Einkommen leben könnt, brauchen wir eine Tariferhöhung.

6. Gleichzeitig steigt die Arbeitsproduktivität, das heißt, der Arbeitgeber erhält mehr „Leistung“ pro Stunde, zum Beispiel durch andere Arbeitsabläufe und muss für dasselbe Ergebnis weniger Arbeitsstunden bezahlen. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen und Konzernen kann die DP AG von der Corona-Pandemie sogar profitieren.

7. Eine Prämie ist schön und klingt gut. Sie landet jedoch nur ein einziges Mal auf deinem Konto und das deiner Kolleg*innen. Euer Gehalt ändert sich dadurch nicht. Deshalb brauchen wir langfristige Tariferhöhungen! Außerdem baut die nächste Tariferhöhung wieder darauf auf, und die nächste, und die nächste…


TARIFVERTRAG – DIE BASICS


Wer schließt einen Tarifvertrag ab?

Das ist gesetzlich geregelt: Gewerkschaften schließen Tarifverträge ab. Und das nicht erst seit gestern. Arbeiter*innen haben sich vor mehr als 100 Jahren zu einer Gewerkschaft zusammengeschlossen, um gemeinsam Verbesserungen durchzusetzen – jede und jeder für sich hätten sie gegen einen mächtigen Arbeitgeber wenig Chancen gehabt. So ist es immer noch. Auch bei der Deutschen Post AG haben sich ver.di-Mitglieder zusammengetan und deine bestehenden Tarifverträge erkämpft.

Warum ein Tarifvertrag?

Wenn deine Arbeitsbedingungen mit einem Tarifvertrag geregelt sind, haben entweder du und deine Kolleg*innen oder deine Vorgänger*innen hart dafür gekämpft. Denn Arbeitgeber und Beschäftigte haben unterschiedliche Interessen:


Tarifverträge sorgen für Gerechtigkeit. Sie stellen sicher, dass es für die gleiche Arbeit das gleiche Geld gibt. So spielen sich Beschäftigte nicht untereinander aus. Ohne viele, aktive Mitglieder in ver.di sitzt der Arbeitgeber nahezu uneingeschränkt am längeren Hebel. Nur Gesetze setzen ihm noch Grenzen. Reicht doch? Guck selbst, was ein Tarifvertrag ausmacht:



Was kann ein Tarifvertrag regeln?



WIE LÄUFT UNSERE TARIFRUNDE 2020 AB?


1. Empfehlung zur Forderung:
Bereits im März hat der ehrenamtliche Vorstand deines ver.di-Fachbereichs – der Bundesfachbereichsvorstand – der ver.di-Tarifkommission empfohlen, welche Forderung an den Arbeitgeber sinnvoll und machbar ist. Damals in der Überzeugung, zum 1. Juni in die Tarifrunde einzusteigen. Wegen der Infektionsgefahr und Kontaktbeschränkungen hat sich die Tarifkommission entschieden, die Tarifrunde vorerst zu verschieben.

2. Kündigung des Tarifvertrags:
Die Tarifkommission hat den Entgelttarifvertrag dann nach Betrachtung der aktuellen Infektions- und Verordnungslage zum 31. August gekündigt.

3. Mitgliederbeteiligung:
Per Umfrage im Betrieb und parallel online habt ihr eure Stimmen für die Tarifrunde 2020 eingebracht. Dabei ging es unter anderem um die Forderungshöhe, also wieviel Prozent die Gehälter steigen sollten.

4. Forderungsbeschluss:
Am 10. August stellt die Tarifkommission auf Basis eurer Stimmen und nach weiteren Überlegungen die Forderungen auf.

5. Verhandlungen:
Bei den Verhandlungen sitzen sich ver.di und der Arbeitgeber gegenüber. Die Kolleg*innen, die für ver.di verhandeln, werden von der Tarifkommission eingesetzt. Sie bilden die Verhandlungskommission. Der erste Verhandlungstermin ist am 28. August. Deine Kolleg*innen der Verhandlungskommission setzen sich für bestmögliche Ergebnisse und einen guten Tarifabschluss ein.

6. Friedenspflicht und Arbeitskampf:
So lange ein Tarifvertrag besteht, herrscht Friedenspflicht. Schließlich hat man sich auf diesen Vertrag geeinigt. In dieser Zeit finden keine Arbeitskampfmaßnahmen, zum Beispiel Streiks, statt. In deinem Fall hat die Tarifkommission den Entgelttarifvertrag zum 31. August gekündigt und damit endet die Friedenspflicht zum 1. September. Das heißt, ver.di könnte unter bestimmten Voraussetzungen dann zu Arbeitskampfmaßnahmen aufrufen.

7. Während all dieser Zeit gilt:
Ein Tarifvertrag kann nur so gut sein, so stark die Mitgliedergemeinschaft dahinter ist. Du kennst noch jemanden, die oder der kein ver.di-Mitglied ist? Gewinne sie oder ihn jetzt für ver.di! Jede Hand, jede Stimme, jedes Mitglied zählt – je mehr, desto stärker!


WIE KANN ICH MITMACHEN?

Mitglied sein oder eben werden


Streik & Aktionen


Wusstest du, dass das Recht auf Streik sogar im Grundgesetz festgelegt ist? Artikel 9, Absatz 3!

Beim Streik legst du die Arbeit nieder. Das kann in verschiedenen Formen und Ausmaßen passieren. Der Streikaufruf kommt von deiner Gewerkschaft ver.di. Du als Mitglied trägst eine besondere Verantwortung: Bring dich ein! Nur, wenn du dich an Aktionen und Streiks beteiligst, wirst du sichtbar! Nur dann wird auch dem Arbeitgeber klar, dass er hier mit den ver.di-Kolleg*innen eine starke Gegenpartei hat.

Das heißt konkret: Gibt es einen Streikaufruf in deinem Betrieb, nimmst du am Streik teil. Falls du einen befristeten Vertrag hast, sprich am besten bereits im Vorfeld mit deiner ver.di-Betriebsgruppe oder deinen ver.di-Vertrauensleuten! Über einen kompletten Gehaltsausfall, weil du nicht arbeitest, musst du dir keine Sorgen machen! ver.di zahlt eine sogenannte Streikunterstützung.


(Mindestens) 8 gute Gründe für ver.di


1. Rechtsberatung und Rechtsschutz:
Du hast Fragen, zum Beispiel zu deinem Arbeitszeugnis? Du bist dir nicht sicher mit deiner Eingruppierung? Oder wurde dir gerade gekündigt? Keine Panik! Dein ver.di-Rechtsteam steht dir kompetent mit Rat und Tat zur Seite. Im Fall der Fälle auch vor Gericht. Und das Beste? Das ist für dich als ver.di-Mitglied in deinem Gewerkschaftsbeitrag inbegriffen.

2. Solidarischer Beitrag:
1 Prozent deines Bruttolohns oder -gehalts geht an ver.di. Das ist fair! Denn ver.di kostet nicht für alle gleich, sondern nach den individuellen Möglichkeiten. Davon zahlt ver.di zum Beispiel dann die Streikunterstützung.

3. Mitgliedsbeitrag absetzbar:
Deinen Beitrag kannst du sogar steuerlich absetzen. So bekommst du mit deiner Lohnsteuererklärung einen Teil deines Mitgliedsbeitrags wieder zurück.

4. Apropos Lohnsteuer:
Auch hier unterstützt dich ver.di. Als Mitglied bekommst du Hilfe bei deiner persönlichen Lohnsteuererklärung! lohnsteuerservice.verdi.de

5. Seminare und Weiterbildung:
ver.di bietet eine riesige Bandbreite an Seminaren und Workshops. Guck doch mal rein: bildungsportal.verdi.de!

6. Mitgliederservice:
Da ist sogar noch mehr drin – Freizeitunfallleistung, Ermäßigungen, Mietrechtsberatung und vieles mehr. Unter www.verdi.de/service/mitgliederleistungen findest du alle Vorzüge, die du als ver.di-Mitglied genießen kannst.

7. Allein ist man allein. Zusammen sind wir stark – so alt dieser Spruch klingen mag:
Er ist nun mal wahr. Klar bekommst du vielleicht auch alles allein hin, daran zweifelt niemand. Aber warum der Stress? Als Gemeinschaft teilen wir Aufgaben und kämpfen gemeinsam.

8. „Ich bekomm doch meine Tariferhöhung auch so!“
Ja, das stimmt im Fall der Deutschen Post AG. Aber die DP AG kann das jederzeit ändern. Nur als ver.di-Mitglied darfst du mitentscheiden und hast rechtlichen Anspruch auf die Tarifverträge. Außerdem: Wer mag schon nur Trittbrettfahrer*in sein?